Die Ignoranz der Matriarchats-GegnerInnen!

Gepostet am Aktualisiert am

Die patriarchatskompatiblen ForscherInnen übernehmen die patriarchalisierte Bedeutung von „arché“ = Herrschaft und negieren die ursprüngliche Bedeutung „arché = Anfang, Ursprung. Damit wird klar dass die Matriarchatsgegnerinnen die Arbeit der MatriarchatsforscherInnen unterminieren und im Prinzip die Matriarchatsforschung verraten, anstatt zu beleben u. a. weil sie von einer unkritischen Anerkennung der patriarchalen Wissenschaftsdoktrin ausgehen.

Bei dem Begriff „arché“ dreht es sich um ein Wort, das aus dem Altgriechischen stammt und dessen Urbdeutung = Anfang Ursprung war.  Im Laufe der Patriarchalisierung wurde aus diesem Begriff auch = Herrschaft.

In der Philosophie jedoch wird immer noch arché mit Ursprung und Anfang gleichgesetzt. Arché https://de.wikipedia.org/wiki/Arch%C3%A9

Vorher dachte ich, dass Marija Gimbutas den Begriff „Matriarchat“ freiwillig und aus Überzeugung aufgegeben hätte. Aber, wie aus dem Text, “ Der Kampf gegen die Matriarchatsfoscherin Marija Gimbutas“ von Doris Wolf (siehe unten) zu ersehen ist, wurde sie von den Patriarchats-Anhängern, praktisch, dazu gezwungen.

Das ist für mich Anlass genug den Matriarchats-Begriff wieder aktiv zu nutzen.

Denn Matriarchat ist der Oberbegriff dieser Forschung und Matrifokalität, Matrilokalität oder Matrilinerarität sind nur Aufspaltungen bzw. Teilbegriffe.

Zum anderen, ist Matriarchat = G e s e l l s c h a f t s-form und keine Herrschaftsform.

Bei den GegnerInnen dieses Begriffes wird meistens Herrschaftsform mit Gesellschaftsform gleichgesetzt und deshalb entstehen die Missverständnisse. Das liegt nicht an den Begriffen, sondern an der Unfähigkeit, den Unterschied  zu erkennen/erkennen zu wollen und an der Belehrungsresistenz der Patriarchatsgläubigen.

Deshalb halte ich es für wissenschaftlich ungenau, wenn G. Bott von dem patriarchalisierten Begriff, Herrschaft, ausgeht und die Urbedeutung, Ursprung, Anfang,  unterschlägt. Außerdem bin ich nicht der Meinung der MatriarchatsgegnerInnen, dass frau mit dem Matriarchatsbegriff unnötige Missverständnisse hervorrufen würde, weil damit Herrschaft suggeriert würde.

Das wirkliche Problem war und ist das Patriarchat, die VaterHERRschaft, die es zu überwinden gilt. In jedem Fall ist viel Erklärungs- und Überzeugungsleistung nötig und das lässt sich nicht vermeiden indem andere Teilbegriffe, wie Matrifokalität, angewandt werden. Im Gegenteil, mit den abgespaltenen und schwächeren Begriffen werden Zugeständnisse an das Patriarchat gemacht. Im Grunde genommen, schwächen Teilbegriffe unsere Kraft und unser Anliegen, Frauen aus ihrer patriarchalen Entrechtung zu befreien!

In Wahrheit ist diese Kritik am Matriarchatsbegriff nur ein Ablenkungsmanöver um vom weitaus größeren Problem, nämlich, vom Patriarchatsbegriff abzulenken. Zudem würden  die Arbeits- und Forschungsleistungen, den PionierInnen dieses Forschungszweiges, aberkannt.

Auf dem letzten Frauenkongress (in der Schweiz) ist mit Mehrheit beschlossen worden, dass frau bei dem Begriff Matriarchatsforschung bleibt, weil dieser Begriff geläufiger ist als z. B. Matrifokalität. Das, alleine, ist Grund genug um bei dem Matriarchatsbegriff zu bleiben.

Zitate:

… “ Zweitens geht es um das Schattenboxen gegen die so genannte Matriarchats-Theorie, der man das Schreckgespenst einer Weiberherrschaft unterstellt, die es in Wirklichkeit nie gegeben hat.
Bott grenzt sich mit aller Schärfe von Ausdrücken wie „Matriarchat“ oder „matriarchal“ ab, weil vorpatriarchale Kulturen keine Gewaltstrukturen und keine Herrschaft kennen, was mit dem Wortstamm „arche“ suggeriert werde.
Sein Rundumschlag gegen alle Autorinnen, die sich der kritisierten Termini bedienen, ist als Pauschalverurteilung insofern ungerecht, als dass diejenigen, die sich „Matriarchatsforscherinnen“ nennen, ausdrücklich von herrschaftsfreien Kulturen als ihrem Forschungsgegenstand ausgehen. Zutreffend aber ist, dass die weitaus überwiegende Zahl aller Wissenschaftler und Laien unter „Matriarchat“ eine Herrschaft der Frauen verstehen,was es den konventionellen Lehrstuhl-InhaberInnen leicht macht, feministische Forscherinnen zum Abschuss frei zu geben.

Dagegen kommt die Neudefinition von „Matriarchat“, bei welcher der Wort-stamm „arche“ nicht als Herrschaft, sondern in seiner zweiten Bedeutung als „Anfang“ zugrunde gelegt wird, kaum gegen die alte Tradition an, “Matriarchat“ und „Patriarchat“ als Parallel-Begriffe mit reziproken Machtstrukturen zu verstehen.“ … Carola Meier-Seethaler Gerhard Bott: Die Erfindung der Götter – Essays zur Politischen Theologie
http://www.meier-seethaler.ch/kolumnen.asp?ID=14

„Der Kampf gegen das Wissen vom Matriarchat und der Göttinnenverehrung durch ultrakonservative Rechte und fundamentalistische Religionsangehörige jüdischer und christlicher Provenienz der USA drängten Gimbutas, auf den Begriff ›Matriarchat‹, der auch soziale, religiöse, wirtschaftliche und politische Stärke der Frauen beinhaltete, zu verzichten.“ (frei nach DW)
http://www.doriswolf.com/wp/?page_id=20052

… „Die Biographien der Göttinnen-LeugnerInnen weisen regelmäßig auf einen ausgesprochen patriarchal-religiösen Werdegang – verbunden mit ehrgeizigen Karriereplänen an religiösen und patriarchalen Institutionen hin. Verständlich, dass sie sich wehren, denn mit der Anerkennung der Religion der Uralt-Göttin würde das ganze Lügengebäude der patriarchalen pseudowissenschaftlichen, politischen und religiösen Überheblichkeit wie ein Kartenhaus zusammenfallen.“ … (Doris Wolf)

Die Arché (altgriechisch ἀρχή für ‚Anfang, Prinzip, Ursprung‘) ist in der antiken Philosophie ein Begriff, der Grund und Prinzip des Seienden oder Erkennens bezeichnet. Daher stellt sich mit der Frage der Arché die Frage nach Ursachen, Ursprung, Urprinzipien oder Urstoffen.
de.wikipedia.org
 
Der Kampf gegen das Wissen vom Matriarchat
http://www.doriswolf.com/wp/?page_id=15783
Der Kampf gegen die Matriarchatsforscherin Marija Gimbutas
http://www.doriswolf.com/wp/?page_id=15783
Ein wissenschaftlich kaschierter religiöser Glaubenskrieg
150 Jahre sind vergangen seit Johann Jakob Bachofen, der Pionier der traditionellen Matriarchatsforschung sein Werk (Das Mutterrecht, 1861) veröffentlichte. Bachofen verstand unter Mutterrecht einen juristischen Begriff mit der Bedeutung, dass sich die Menschen von der Mutterlinie her bestimmen und…
matriarchiv.info
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