Postfaktisches Zeitalter – Ein Lemma im Führungs-Dilemma oder die Dynamik patriarchaler (herrschaftsorientierter) Gesellschaften.

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Was bedeutet postfaktisches Zeitalter?

Obwohl, die nachfolgende Wikipedia- Erklärung zur Löschung vorgeschlagen wurde, beinhaltet sie im Wesentlichen das, was zurzeit unter postfaktischem Zeitalter verstanden wird. Um die Deutungshoheit und den Deutungsinhalt des Begriffes wird derzeit noch gestritten.
 
… „Der Begriff Postfaktisches Zeitalter ist ein Modewort bzw. ein politischer Kampfbegriff, der eine Epoche definieren soll, in der sich die Menschen angeblich nicht allein mit Fakten beeindrucken lassen wollen, sondern auf ihre eigenen Emotionen mehr Wert legen und diese auch politisch äußern.[1] Beispielhaft trat dieses Phänomen im US-amerikanischen Wahlkampf des Jahres 2016 zutage, in welchem Donald Trump mit Emotionen statt Fakten seine Anhänger um sich scharte.[2] Auch können Begriffe wie „Lügenpresse“ mit dieser Erscheinung assoziiert werden. Eine Vielzahl von Menschen fühlen sich nicht mehr vom medialen Mainstream in der vorherrschenden Presse angesprochen und äußern deshalb Missvergnügen und Sorge.“ …

 

Meine Meinung:
Postfaktisches Zeitalter – Ein Lemma im Führungs-Dilemma oder
die Dynamik patriarchaler Gesellschaften.
Die Ignoranz der politischen, ökonomischen und medialen etc. Führungsebenen gegenüber der fortschreitenden Globalisierung der Verarmung gepaart mit einer Nabelschau, die nur auf die Gestaltungsegoismen der Eliten gerichtet ist, haben zu einem fortwährenden Regierungs-Dilemma geführt und entpuppen sich als Spalt-Katalysator, der die Gesellschaft spaltet.
So werden immer mehr Menschen aus der gesellschaftlichen Teilhabe – sei es aus der beruflichen, wirtschaftlichen, finanziellen, politischen, sozialen, kulturellen, religiösen oder Bildungs-Teilhabe – ausgeschlossen und von den Fakten- und Sachlagen einiger weniger Machtakkumulatoren fremdbestimmt.
Das schafft: 1. eine andere Faktenlage bei den Nicht-Teilhabenden als bei den Teilhabenden und 2. eine andere emotionale Verfasstheit bei den Nicht-Teilhabenden als bei den Teilhabenden.
Die Emotions- und Empathielosigkeit der Teilhabenden und der gesellschaftlichen Akteure gegenüber den Ausgeschlossenen kann einerseits zu psychischen Krankheiten, zu Teilnahmslosigkeit, zu Depression, Burn out etc. bis hin zum Selbstmord bei den Nicht-Teilhabenden führen und kann sich andererseits, mittels negativer Emotionen – wie Wut und Hass – Bahn brechen.
Die Abspaltung der Fakten von den Emotionen ist kein probates Mittel politischer Führung. Die Überbewertung der Fakten und die Unterbewertung der Emotionen scheinen bis dato ein ungeschriebenes Gesetz jeglicher Aktivität besonders der wissenschaftlichen und politischen Aktivität zu sein, die eine kollektive Emotionslosigkeit zur Folge hat.
Die politischen Akteure müssen gerechtere, sozio-ökonomische und ökologische Faktenlagen in der Lebenswirklichkeit mit positiv-emotionalen Bezügen entwerfen und sich nicht nur auf Eine der Komponenten fokussieren. So flüchtet stets ein Teil der Bevölkerung in ein rechtsextremistisches Narrativ weil Emotionen tendenziell negativ bewertet werden in patriarchalen Gesellschaften. Hier findet eine Instrumentalisierung und Ideologisierung der Emotionslosigkeit statt, die, faktisch die Basis jeden patriarchalen Handelns ist. Das Konkurrenzprinzip als Maxime menschlicher (männlicher) Aktivität bedingt und erfordert Gegner und Gegnerschaften.
Die postfaktische Bedrohung durch negative Emotionen, wie sie sich im Extremismus und Fanatismus ausdrückt, darf keine politische Handlungs-Orientierung sein, sondern muss rechtzeitig entschärft werden und eine notwendige Ausgeglichenheit zwischen faktischen Realitäten und positiv-emotionalen Bezügen hergestellz werden. Dazu gehört auch eine Aufarbeitung der, durch die Überbewertung der Fakten entstandenen emotionalen, sozialen und ökologischen Defizite.
Politik sollte ein Korrektiv innerhalb der gesellschaftlichen Organisation des Zusammenlebens sein und kein Instrument der Vorteilsbeschaffung. Das Paradigma des postfaktischen Zeitalters sollte sich nicht zu einer Dynamik der Lebensfeindlichkeit und Emotionslosigkeit degenerieren und Politik sollte Lebensbejahung organisieren.
 
„Es gibt keine sinnvolle Erkenntnis ohne positive Emotionen,“ Cl. v. Werlhof
 
Deshalb muss zwischen positiven und negativen Emotionen unterschieden werden! Positive Emotionen können zu sinnvollen Erkenntnissen führen, wohingegen negative Emotionen zur Faktenverdrehung führen können. Deshalb würde ich von einem Faktenverdrehungszeitalter sprechen, in dem die faktische Unwahrheit und faktische Lüge normalisiert werden sollen.

 

Einige Pressestimmen:
Was Merkel meint, wenn sie von „postfaktischen Zeiten“ spricht
Anne Will – Emotionen statt Fakten – Warum ist Trump so erfolgreich? – 25.09.2016
Trump im US-Wahlkampf Im Zeitalter der Lüge
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