Orestie von Aischylos – der vollzogene Umbruch in die patriarchale „Rechtsordnung“

Gepostet am Aktualisiert am

Die Orestie des Aischylos zählt zur klassischen Weltliteratur, gilt als Beginn der Rechtsstaatlichkeit und basiert auf Betrug an Frauen und Müttern sowie auf deren Entrechtung, wie viele klassische Werke (z. B. Die „Nibelungensage“ oder „Faust“ von Goethe).

Ein klassisches griechisches Drama oder die Zerstörung der naturgegebenen Mutter-Tochter (Kind)-Bindung zwecks Emanzipation einer künstlichen patriarchalen Vater(König)-Sohn(Untertan)-Beziehung (Hierarchie).

Der Vater, König Agamemnon, opfert seine unschuldige Tochter – womit  er die Rache der Mutter provoziert und den Fluch initiiert – seinem „Kriegsgott“, der ihm damit den Sieg im trojanischen Krieg gewähren soll. Der Fluch des Hauses Atreus wird aber an der Rache der Mutter festgemacht und nicht an der ursprünglichen Ermordung der jungfräulichen Tochter durch den Vater.

Diese Opferung dient nicht nur als Rechtfertigung für gewalttätige und kriegerische Handlungen, sondern auch der Entwertung und Entrechtung der weiblichen Welt und deren naturgegebenen, genuinen und lebenserhaltenden Bindungen.

Mit der Ermordung der Tochter begeht Agamemnon einen fundamentalen Tabu-Bruch, indem er seine verwandtschaftliche Bindung zur Tochter und die naturgegebene Mutter-Tochter-Bindung missachtet, ad absurdum führt und zerstört.

Wohingegen Klytaimnestra, die Mutter den verwandtschaftlichen Tabu-Bruch nicht begeht, da der König, ihr Ehemann, nicht mit ihr verwandt ist und er eigenmächtig ohne mütterliche Zustimmung gehandelt hat. Klytaimnestra fordert Vergeltung, rächt sich an ihrem Ehemann und ermordet ihn, weil er, der König, die töchterliche Jungfräulichkeit rücksichtslos zu seinem Vorteil missbraucht und zerstört hat.

Nun schickt sich der Sohn, Orestes, an, um den Mord an seinem Vater zu rächen und ermordet seine leibliche Mutter, die Frau, die ihm das Leben geschenkt hat. Damit wird klar, dass die, von Männern künstlich erschaffene, Hierarchie glorifiziert und sogar das höchste Tabu, der Muttermord, legitimiert werden soll, zugunsten des väterlichen Anspruchs auf Überlegenheit, der hier durch den Königsstatus symbolisiert wird.

Verräterisch ist hier auch, dass Orestes den Mord an seiner Schwester mit keinem Wort erwähnt, den Vater sozusagen, von seiner Schuld freispricht und somit die Mutter zum Sündenbock macht. Denn Orestes steht im Bann der Vater-Sohn-Hierarchie, die das väterliche „Supremat“ absichert und die verwandtschaftliche Bindung verrät.

Die Ermordung der unschuldigen Tochter ist der eigentliche Frevel, der den Königsmord als Vergeltung provoziert hat. Kein, von Männern (Menschen) erdachtes, Götterpantheon kann die verbrecherische Abschlachtung Unschuldiger jemals rechtfertigen oder gar ungeschehen machen.

Zur Verteidigung Unschuldiger standen in der alten griechischen Mythologie die Erinnyen (die Rachegöttinnen) bereit um Vergeltung für begangene Freveltaten auszuüben, die jedoch in der Orestie mittels Betrug zur Ohnmacht verurteilt und in Eumeniden (wohlwollende Rachegöttinnen) umgewandelt wurden.

Der Betrug bestand darin, dass Athene die Rechte der Frauen unterlief, indem sie den Freispruch Orestes bewirkte. Athene war eine mutterlose, fiktive, weibliche Kopfgeburt des Zeus und keine g e b o r e n e Tochter einer Göttin und somit stand ihr, im Prinzip, die vermeintliche Rechtsprechung im Fall des Muttermords nicht zu. Athene wurde von Zeus patriarchal konditioniert, indem er ihr, Athene, die weibliche Genealogie unterschlug und sie, sozusagen, zu seiner Komplizin machte.

„Die Entwicklung des antiken Rechtsverständnisses vom Prinzip der individuellen Rache hin zu einer geordneten Rechtsprechung durch eine die Gesellschaft repräsentierende Gruppe (Richter, Geschworene)“ https://de.wikipedia.org/wiki/Orestie

Diese Entwicklung wird auch als Beginn der Rechtsstaatlichkeit und des Rechtsstaates verstanden, aber dabei wird unterschlagen, dass diese Rechtsstaatlichkeit von Männern für Männer determiniert wird und auf der Entrechtung von Frauen und Müttern aufbaut.

Ebenfalls wurde das „Dahinmorden“ durch das individuelle Racheprinzip nicht unterbunden, sondern durch geordnete kollektive Kriegsführung kontinuierlich und exzessiv weiter betrieben. 

Der in der Orestie vollzogene Umbruch ins Patriarchat basiert also auf Gewalt, Betrug, Entrechtung des weiblichen Seins und der Entkriminalisierung und Vergesellschaftung von Krieg.

Aischylos * 525 v. Chr. in Eleusis, Attika; † 456 v. Chr. in Gela, Sizilien) ist vor Sophokles und Euripides der älteste der drei großen Dichter der griechischen Tragödie. Von seinen sieben erhaltenen Stücken werden vor allem die Perser und die Orestie weltweit gespielt. https://de.wikipedia.org/wiki/Aischylos
Die Orestie des Dichters Aischylos ist eine der bedeutenden griechischen Tragödien. Sie entstand im Jahr 458 v. Chr.
Das dreiteilige Stück behandelt das Ende des Fluchs, unter dem das Haus Atreus steht. Geschildert wird die Entwicklung des antiken Rechtsverständnisses vom Prinzip der individuellen Rache hin zu einer geordneten Rechtsprechung durch eine die Gesellschaft repräsentierende Gruppe (Richter, Geschworene). https://de.wikipedia.org/wiki/Orestie
Agamemnon opferte seine Tochter Iphigenie. Die Mutter von Iphigenie, Klytaimnestra, tötet deshalb ihren Mann Agamemnon nach dessen Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg. Der Sohn Orestes ermordet daraufhin seine Mutter Klytaimnestra. Orestes wird dafür – und das ist neu – nicht mit dem Tod bestraft; die Rachegeister (Erinnyen) können in einem Gerichtsverfahren besänftigt werden. Göttin Athene spricht bei Stimmengleichheit das Urteil (Freispruch). Der Fluch der Familie wird durchbrochen. https://de.wikipedia.org/wiki/Orestie
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s