Der „Hass auf das Lebendige“, das zentrale Merkmal des Patriarchats (Claudia von Werlhof)

Gepostet am Aktualisiert am

… „Es kann daher in dieser Zivilisation auch keine wirkliche Demokratie geben. Es handelt sich um ein im Grunde totalitäres System, das nicht auf die Betroffenen hört, sich nicht (mehr) bremsen lässt und inzwischen eine immer größere Geschwindigkeit und Effizienz erreicht hat, um mit dem Leben auf diesem Planeten Schluss zu machen und dabei auch noch Profite und Macht zu akkumulieren…

Es soll dabei alles, was ist, von sogenannten Vätern stammen, jeder Ursprung soll patri-archal sein und nicht mehr mütterlich, von einer Mutter, der Mutter Erde, eben matri-archal.

Daran ist zu sehen, dass das Patriarchat eine neue „Technologische Formation“ ist, die darin besteht, alles, was existiert, auf gewalttätige Weise zu erzeugen und zu verwandeln, und damit von sich aus nicht aufhören wird, bis nichts (Lebendes G. W. ) mehr existiert.

Der Kapitalismus ist die moderne Form der Realisierung dieses utopischen Projekts der allgemeinen Transformation, das zur Folge hat, dass wir alle tot sind, wenn es denn mit der Ankunft des „reinen“ Patriarchats ohne matriarchale Reste beendet sein wird.

Ich hoffe, dass die anwesenden Männer, die ein Problem mit dem Begriff „Patriarchat“ hatten, jetzt sehen können, dass dieses Patriarchat auch mit ihnen zu tun hat, und sich nun dafür entscheiden, die Seiten zu wechseln, um auf die der Natur und der Frauen zu kommen. Denn die Frauen sind dem Lebendigen (immer noch) näher, da es aus ihnen hervorkommt. Und daher sind sie nicht nur stets die ersten Opfer des Hasses auf das Lebendige, sondern auch der Wahrheit dieses Lebendigen näher.

Wenn sich die Frauen erheben, tun sie es für das Leben –  immer schon und seit langer Zeit.                  

Eben deshalb erheben sich die Frauen heute erneut und massiv in aller Welt – gegen die Gewalt und für das Leben. Man sollte ihnen folgen, sie umarmen und dafür lieben.

Nicht sie sind die Bedrohung, sondern es ist das Monster, die patriarchale „Hydra“, eine Kombination von allem auf einmal: dem Kapitalismus, dem Neoliberalismus, dem Kolonialismus, der Globalisierung und dem Militarismus.

Das Patriarchat ist ein historisches Projekt, das mit dem Kapitalismus seinen Höhepunkt erreicht. Wegen seines Hasses auf alles Lebendige muss es notwendigerweise kollabieren, denn es zerstört das Leben ununterbrochen, ohne es ersetzen zu können.

Denn vom Kapital her,  kommt nichts mehr ins Leben zurück.

Die „Patriarchalisierung“ ist irreversibel. Es handelt sich um eine Religion.Und die Patriarchen können nichtaufhören, an sie zu glauben, weil sie sonst zum Matriarchat zurückkehren müssten…

Das wär in der Tat eine gute Idee! Welche Freude! Man könnte den patriarchalen Betrug hinter sich lassen und wieder in die menschliche Würde kommen, indem man sich diesem monströsen System rundweg verweigert. Ohne unsere Partizipation und Kooperation wird man es ohnehin nicht aufrechterhalten können!

Mutter Erde oder Tod! Das ist das Thema von heute (10).

Vom gemeinsamen Haus zur gemeinsamen Sache –und das heißt Befreiung von dem absurden Hass auf das Lebendige als einer kollektiven Krankheit, die immer noch ebenso kollektiv unbewusst ist.

Das Leben ist nicht da, um getötet, sondern um geliebt zu werden,“ —

 

Bumerang –Zeitschrift für Patriarchatskritik Nr. 2 (Seite 62)

https://fipaz.files.wordpress.com/2016/11/bumerang-2-natur-im-patriarchat.pdf

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