Allgemein

Hochmut und Unwissenheit der patriarchalen „(Möchte-Gern)Götter“ lassen grüßen!

Gepostet am Aktualisiert am

Wie wir aus der Bibel wissen, wurden bei den ›Landnahmen‹ alle Menschen umgebracht, lediglich kleine Mädchen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, verschonte man. Es ist schlüssig, die traumatisierten, vergewaltigten und viel zu jung geschwängerten Mädchen starben deshalb oft bei der Geburt ihres Babys, oft mit den Neugeborenen. Dies dürfte auch in Ägypten der Grund für das ›unerklärliche‹ Frauensterben zu Beginn des Alten Reiches gewesen sein.

Das Frauensterben endete mit einem massiven Bevölkerungsschwund, der mit auf Kriegszügen erbeuteten Frauen wieder wettgemacht wurde. Helck berichtet: »Schon zu Beginn des Alten Reiches ist ein groß angelegter Sklaven-handel aus Asien anzunehmen. Dabei ist auch die Zahl der eingeführten Frauen höher als die der Männer« (Helck LÄ, II, S. 307).
Es gibt aus der neolithischen Zeit keine Hinweise für eine hohe Mortalität der Frauen im Kindbett, auch nicht für eine hohe Kindersterblichkeit. Im Friedhof von Jebel Sahaba beim nubischen Wadi Halfa fand man unter 52 Beerdigten nur ein Baby unter sechs Monaten, ein Kind zwischen drei und fünf und zwei zwischen sechs und sieben Jahren (Hoffman 1980, S. 92). Weil die Frauen viel von Heilkunde verstanden, war die Kindersterblichkeit vermutlich gering.
Es gibt auch keine Anhaltspunkte für den im Patriarchat so oft postulierten Wunsch nach vielen Nachkommen. Die Ideologie des ›Kinderreichtums‹ stammt nicht von Frauen, sondern war das Verlangen der Väter sich in vielen Söhnen fortzupflanzen. Daraus erfolgte die Zwangsregulierung der Geburten beim Aufkommen des Patriarchats. Dass männlicher Machtwahn vor nichts zurückschreckt, geht aus einer Darstellung bei Rechmire hervor, die aufzeigt, dass »es eigene Sklavinnenhäuser gab, in denen Nachwuchs ›produziert‹ wurde« (Helck LÄ, V, S. 985).
Auch der Papyrus Harris I. informiert darüber, dass es in der Ramesresidenzeit im Tempel von Memphis eine spezielle Frauensiedlung gab, die der »serienmäßigen Produktion von Menschen« diente. Frauen wurden zum Gebären verpflichtet, ja gezwungen!
Hitlers Lebensborn und die bosnischen Vergewaltigungslager sind, wie daraus ersichtlich, keineswegs neue Erfindungen. Wie in Nazideutschland kann man auch für Ägypten annehmen, dass die Väter in diesen Zuchtanstalten zur weißen, indoeuropäischen Erobererrasse gehörten, die hellhäutige Menschen ›züchteten‹, dem äußeren Zeichen der Zugehörigkeit zur überlegenen arischen Herrenrasse und heute – der christlichen Kultur.

(Auszug aus „Der Kampf gegen Weisheit und Macht der matriarchalen Urkultur Ägyptens“, Doris Wolf)

Advertisements

Der patriarchale Überheblichkeitswahn begann also mit den Indo-Europäern und den Ariern!

Gepostet am Aktualisiert am

 
Das indoeuropäische Patriarchat:
Alle Macht dem Mann
(von Doris Wolf, aus „Der Kampf gegen Weisheit und Macht der matriarchalen Urkulturen Ägyptens“)
In allen eroberten Ländern wurde das patriarchale (Un-)Recht gegen die Frauen durchgesetzt. Überall finden wir die gleichen despotischen Charakteristiken von Macht und Kontrolle, die sich von da an wie eine Seuche über die ganze Welt verbreiteten. In Sumer wurde dem Familienvorstand außerordentliche Gewalt über seine Familie eingeräumt. Die dominierende Stellung des Mannes gegenüber seiner Ehefrau wird in den Familiengesetzen dokumentiert: »Wenn eine Ehefrau zu ihrem Ehemann, den sie hasst, sagt, ›Du bist nicht mein Gatte‹, so soll man sie in den Fluss werfen. Wenn ein Ehemann zu seiner Ehefrau sagt, ›Du bist nicht meine Gattin‹, so soll er eine halbe Mine Silber zahlen.« (Schmökel 1974, S. 94) Nach altbabylonischem Recht wurde eine Frau nicht nur bei Ehebruch, sondern auch dann im Fluss ertränkt, wenn sie den Mann, den man ihr ohne ihre Zustimmung zuteilte, nicht nahm.
Es gibt Hinweise dafür, dass die Frauen im frühen mutterrechtlichen Mesopotamien mehrere Gatten hatten. Doch beendet König Urukagina mit der Beseitigung der Polyandrie den Zustand des Matriarchats und die Stellung der Frau verschlechtert sich zusehends (RA, ›Frau‹). Frauen, die zwei Männer heirateten, wurden zu Tode gesteinigt, und denjenigen, die zu einem Mann Worte sagten, die sie nicht sagen sollten, die Zähne herausgeschlagen (Kramer 1963, S. 83). Nach dem patriarchalen Codex Hammurabi hat der Ehemann die Möglichkeit, seine Frau für eine Schuld zu verpfänden oder als Sklavin zu verkaufen. Sogar die eigene Mutter steht in Gefahr, vom Sohn verkauft zu werden (RA, ›Gesetz‹ und ›Frau‹).
Bei den Assyrern war der Mann wie in Babylonien als Haupt der Familie der Frau gesellschaftlich übergeordnet, und er hatte das Recht, sie bei bestimmten Vergehen, wie Ehebruch, zu töten. Die Frauen wurden gesetzlich zum Gebären verpflichtet, um genügend ›Menschenmaterial‹ für die aggressive Kriegs-führung sicherzustellen. Bei der Heirat musste die Frau die eigene Sippe verlassen und in jene des Mannes eintreten, dem sie von nun an gänzlich ausgeliefert war. Nicht einmal nach dessen Tod wurde sie aus seiner Sippe entlassen, vielmehr musste sie den Bruder oder Vater ihres Ehemannes heiraten.
Den Frauen im späteren Israel erging es nicht besser. Moses ruft öffentlich zum Frauenmord auf: »Wenn eines Priesters Tochter anfängt zu „huren“, die soll man mit Feuer verbrennen, denn sie hat ihren Vater geschändet.« (3. Buch Mose 21,9) Die levitischen Verfasser des Alten Testaments »nannten alle sexuell autonomen Frauen, einschließlich der heiligen Frauen des Tempels, Huren und Dirnen und forderten die Durchsetzung ihrer eigenen patriarchalischen Haltungen beim sexuellen Eigentum an den Frauen« (Stone 1988, S. 262). »Im Hoseabuch spielt die Polemik gegen bestimmte sexuelle Praktiken und gegen die Aschera eine wichtige Rolle. Jeder Abfall von JHWH wird als ›Huren‹ diffamiert. Das begünstigt den Verdacht, Abfall von JHWH finde primär im sexuell-erotischen Bereich statt und Frauen seien besonders gefährdet bzw. würden in diesem Kontext eine besondere Gefährdung darstellen.« (Keel 2004, S. 52)
Frauenhass zeichnet auch die frühchristliche Zeit im Römischen Reich aus. Kaiser Konstantin, der seine junge Frau Fausta auf den bloßen Verdacht des Ehebruchs hin lebendig in kochendes Wasser steckte, unterstrich seine christliche Gesinnung dadurch, dass er Abtreibung zu einem Schwerverbrechen erklärte.
Im Gegensatz dazu hatten Väter das Recht, sich ehelicher Kinder zu entledigen und Kindestötungen in Form des Erdrosselns, Zerschmetterns, Ertränkens, Erstechens oder des Aussetzens auszuüben. Ehefrauen, die ihre vorrangige Aufgabe, ›seine‹ Kinder zu gebären, nicht erfüllten oder die sexuell untreu waren, drohte das gleiche Schicksal.
Kraft seiner intelligiblen Natur kann der Mann das Recht uneingeschränkter Herrschaft über Frauen und Kinder beanspruchen.
(Aristoteles)

Deutsche Übersetzung von „Leihmutterschaft: Eine Menschenrechtsverletzung“

Gepostet am Aktualisiert am

Deutsche Übersetzung von Robert Jensens Rezension zu Renate Kleins Buch

„Leihmutterschaft: Eine Menschenrechtsverletzung“

Drawing Lines: Ein Rückblick auf Renate Kleins „Leihmutterschaft: Eine Menschenrechtsverletzung“
von Robert Jensen

Wie sind wir zu dem Punkt gekommen, wo diese Reduktion von Frauen auf Körper akzeptiert und sogar gefeiert wird – nicht nur bei vielen Männern, sondern auch bei vielen Frauen, sogar bei einigen Feministinnen?

 Wenn man Renate Kleins elegant argumentierte Leihmutterschaft: Eine Menschenrechtsverletzung liest, ist es schwierig, sich nicht immer wieder zu wiederholen: „Wie sind wir hierhergekommen?“, während wir versuchten, ein Gefühl der Verzweiflung in Schach zu halten.

„Hier“ ist eine angeblich zivilisierte Welt, in der die Behandlung des Körpers einer Frau als Ware in höflich-liberalen Kreisen als nicht nur akzeptabel, sondern als Zeichen der Progressivität angesehen wird. Kleins Analyse der Leihmutterschaft konzentriert sich auf das Mieten von Frauenbäuchen (Gebärmüttern), was sie und andere angemessen als „reproduktive Prostitution“ bezeichnen. Der Begriff erinnert uns daran, dass viele Liberale auch „normale“ Prostitution, Männergebrauch von vergegenständlichten weiblichen Körpern für sexuelle Lust, unterstützen.

Wie sind wir zu dem Punkt gekommen, wo diese Reduktion von Frauen auf Körper akzeptiert und sogar gefeiert wird – nicht nur bei vielen Männern, sondern auch bei vielen Frauen, sogar bei einigen Feministinnen?

Klein’s Surrogacy, das dritte Buch der neuen Spinifex Shorts-Serie, erinnert uns daran, dass diese sozialen Praktiken der Kern des Patriarchats sind: die Ansprüche der Männer auf Besitz und/oder Kontrolle über die reproduktive Macht und Sexualität von Frauen. Die Zeiten haben sich in der Sex-/Geschlechterpolitik geändert – zum großen Teil wegen des Feminismus -, aber das Patriarchat hat sich als bemerkenswert anpassungsfähig und widerstandsfähig erwiesen. Es ist schwer vorstellbar, dass jemand Kleins Buch liest und eine radikale feministische Kritik an diesen patriarchalischen Praktiken ignoriert, doch ein Großteil der angeblich zivilisierten Welt tut genau das – ein kapitalistisches liberales/libertäres Dogma, das sich auf dekontextualisierte Entscheidungen konzentriert. Aus der liberalen Perspektive, wenn arme und verletzliche Frauen „wählen“, ihre Körper in dieser gefährlichen und entmenschlichenden Praxis zu vermieten, ist keine weitere Analyse notwendig.

Klein wird keine dieser Ausflüchte machen. Gegen Ende des Buches erklärt sie unverblümt:

 „… Neue Fortpflanzungstechnologien werden benutzt, um echte lebende Frauen buchstäblich in ihre Eier und Gebärmutter zu zerlegen, sie mit invasiven, gefährlichen hormonellen Medikamentencocktails zu behandeln und sie psychisch zu manipulieren, um dem Mythos zu glauben, dass mit einem  Baby ohne genetische Verbindung schwanger zu sein, sie nicht dazu bringen kann, eine empathische Zuneigung zu empfinden, und von daher wären diese „Leihmutter“-Babys nicht ihre „echten“ Kinder. Diese von Männern geschaffene Abschottungsideologie schafft „Test-Tube Women“. Die Idee ist, dass das „Gott-Spielen“ (wie die Kritiker der 1980er Jahre zu sagen pflegten), die 6.000 Jahre der patriarchalen Dominanz über Frauen fortgeführt wird, in der zwei Punkte zentral waren und sind: Erstens können Männer nicht schwanger sein und Kinder gebären (notwendig, um die Spezies Homo sapiens fortzuführen). Zweitens, Männer als soziale Gruppe verabscheuen Frauen und deren Körper für diese (Natur-)Macht (Fähigkeit). Umgekehrt, wenn Frauen sich nicht reproduzieren, ist die Verachtung ausgesprochen stark.“

 

Kleins Ablehnung dieser Abgrenzung – eine Funktion nicht nur des Patriarchats, sondern der weißen Vorherrschaft und des Imperialismus der Ersten Welt, des Kapitalismus und der Verehrung der Hochtechnologie – fühlt sich wie ein einfaches Plädoyer für unsere kollektive Menschlichkeit an, einander als vollständig menschlich und nicht als Dinge zu sehen . Dass Kleins Buch so dringend benötigt wird, zeigt, wie weit wir von solchen Grundwerten entfernt sind.

Kleins Definition von Leihmutterschaft spiegelt diese Grundwerte wider: „Auf die kalten harten Fakten reduziert, ist Leihmutterschaft die Beauftragung/Kauf/Miete einer Frau, in deren Gebärmutter ein Embryo eingeschleust wird und die so ein“ Züchter „für eine dritte Person wird.“

Zu den wichtigsten Beobachtungen und Einsichten, die Kleins Buch bietet, gehören:

 

  • Während viele Menschen starke emotionale Sehnsüchte haben, Kinder zu haben, gibt es kein „Recht“, ein genetisch verwandtes Kind zu haben. Der moralische Anspruch auf Leihmutterschaft ist eine Illusion.
    • Die Leihmutter-Maschine birgt Risiken für die Frauen, die Eier und Träger des Fötus verkaufen, sowie für die Kinder, die mit dieser Methode geboren wurden, und es gab wenig Forschung/Tests zu den langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen. Die gesundheitlichen Ansprüche von Leihmutterschaft sind Verzerrungen.
    • Leihmutterschaft umfasst routinemäßig die Ausbeutung ärmerer Frauen, zunehmend in der Dritten Welt. Die politische Praxis der Leihmutterschaft ist Ausbeutung.

 

Klein, eine Mitbegründerin der australischen feministischen Presse Spinifex, die das Buch veröffentlichte, verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in Lehre und Forschung, mit Expertise in Gesundheit/Biologie und Sozialtheorie sowie feministischem Aktivismus. Die Breite und Tiefe ihres Wissens und ihrer Erfahrung zeigen sich im gesamten Buch, denn sie bewegt sich leicht zwischen technischen wissenschaftlichen Details, Moralphilosophie, Legislativvorschlägen und Organisationsstrategie. [Disclaimer: Ich habe ein Buch mit Spinifex veröffentlicht, das Klein herausgab und in dem ich mir Kenntnisse über ihre intellektuellen Fähigkeiten aneignete.]

Aber für mich ist das besondere Merkmal des Buches das Mitgefühl von Klein mit Menschen auf allen Seiten des Themas. Wenn wir uns für politische Positionen einsetzen, die wir leidenschaftlich vertreten, ist es allzu einfach, unsere Seite aufzuwerten und Gegner zu dämonisieren. Aber selbst wenn Klein mit einem ehrlichen Verständnis darüber, warum manche Frauen auf der anderen Seite stehen, schreibt, zögert sie nicht, scharf die Profiteure zu kritisieren, die ohne Sorge ausnutzen. Ich beendete das Buch mit einem Gefühl der Dankbarkeit für die Art, wie Klein eine humane Herangehensweise an das Thema diskutiert.

„… Gut regulierte Sex- (oder Fruchtbarkeits-) Industrien, so ihre Befürworter, schaffen glückliche Nutten (glückliche Leihmütter) und glückliche Sexkäufer (glückliche Baby-Käufer). Zuhälter und Bordellbesitzer gleichen IVF-Kliniken, Leihmutterschaftsanwälte/-makler, Pro-Leihmutterschaftsgruppen sowie Leihmutterschafts-/Ei-Geberorganisationen. Der Unterschied besteht darin, dass Frauen nicht nur in beiden Branchen zutiefst geschädigt werden, sondern dass das „Endprodukt“ in der Prostitution eine „falsche Freundin Erfahrung“ ist, während es in der Leihmutterschaft die Schaffung neuer Menschen ist: Kinder. „

Kleins Bereitschaft, diese Fragen zu beantworten, trägt viel dazu bei, das Gefühl der Verzweiflung zu mildern, das mit der ehrlichen Auseinandersetzung mit den routinemäßigen Entmenschlichungspraktiken der modernen Welt einhergeht. Aber die Frage, die knapp unter der Oberfläche von fast jeder Seite des Buches – ebenso wie unter der Oberfläche vieler „normaler“ Aktivitäten in unserem Leben in den wohlhabenden Sektoren der Welt – bleibt, beunruhigend: Wie weit können Menschen es treiben menschliche Tiere zu sein, bevor sie aufhören, Menschen zu sein?

Damit meine ich, dass wir organische Kreaturen sind, Produkte der Evolution wie alle anderen, mit materiellen Körpern, die wir nicht überwinden können, egal wie viel Hochenergie-Technologie uns erlaubt, den Rest dieser materiellen Welt zu manipulieren und uns davon zu isolieren. Aber je mehr wir High-Tech-Interventionen wie Leihmutterschaft als routiniert und unkontrovers behandeln, desto länger dauert die Abschottung und macht die Ausbeutung schutzbedürftiger Menschen zur Routine und vergrößert die Kluft zwischen Menschen und der größeren lebenden Welt. Können wir im moralischen Sinne wahrhaft menschliche Wesen sein, wenn wir nicht die Grenzen akzeptieren, die von dieser größeren Welt allen Lebewesen auferlegt wird? Verlieren wir unsere eigene Menschlichkeit, wenn wir unsere geschöpflichen Neigungen so verlieren, dass wir uns vorstellen, durch High-Tech-Manipulation selbst Leben zu erschaffen?

Die Tatsache, dass es schwierig ist, Linien zu ziehen, bedeutet nicht, dass wir die Verpflichtung, sie zu ziehen, aufgeben. Für mich sind einige dieser Zeilen schon lange leicht zu zeichnen: Keine anständige Gesellschaft ist möglich, wenn Männer Frauen für Sex ausleihen. Kleins machtvolles Argument macht es ebenso klar, dass keine anständige Gesellschaft möglich ist, wenn Frauen in einen Mutterleib reduziert werden, der einen Fötus für die Privilegierten trägt. Soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit vereinen sich in einem klaren Auftrag: #StopSurrogacyNow.

 

Stop Surrogacy Now
3380 Vincent Rd STE HUB
Pleasant Hill, CA 94523

#StopSurrogacyNow

Gepostet am

Drawing Lines: A review of Renate Klein’s „Surrogacy: A Human Rights Violation“

by Robert Jensen

How did we get to the point where this reduction of women to bodies is accepted and even celebrated—not only among many men but also many women, even among some feminists?

Reading Renate Klein’s elegantly argued Surrogacy: A Human Rights Violation, it’s difficult not to keep repeating to oneself, “How did we get here?”, all the while trying to keep at bay a sense of despair.

“Here” is an allegedly civilized world in which treating a woman’s body as a commodity is regarded in polite liberal circles as not just acceptable but a sign of being progressive. Klein’s analysis of surrogacy focuses on the renting of women’s wombs, what she and others appropriately describe as “reproductive prostitution.” The term reminds us that many liberals also endorse “regular’ prostitution, men’s use of objectified female bodies for sexual pleasure.

How did we get to the point where this reduction of women to bodies is accepted and even celebrated — not only among many men but also many women, even among some feminists?

Klein’s Surrogacy, the third book in the new Spinifex Shorts series, reminds us that these social practices are the core of patriarchy: Men’s claims of ownership and/or control over women’s reproductive power and sexuality. Times have changed in sex/gender politics — largely for the better, because of feminism — but patriarchy has proved remarkably adaptable and resilient. It’s difficult to imagine anyone reading Klein’s book and ignoring a radical feminist critique of these patriarchal practices, yet much of the allegedly civilized world does exactly that — embracing a capitalist liberal/libertarian dogma that focuses on decontextualized choices. From the liberal perspective, when poor and vulnerable women “choose” to rent their bodies in this dangerous and dehumanizing practice, no further analysis is necessary.

Klein will brook none of these evasions. Near the end of the book, she puts it bluntly:

“… New reproductive technologies are used to literally ‘cut up’ real live women into our eggs and wombs, treat us with invasive dangerous hormonal drug cocktails, and, in surrogacy, psychologically manipulate us to believe the myth that gestating a baby without a genetic connection will not cause us to feel any attachment, and hence these ‘surrogate’ babies are not our ‘real’ children. This man-made compartmentalizing ideology creates Test-Tube Women. The idea is that ‘playing God’ (as 1980s critics of reprotechs were wont to say) continues the 6,000 years of patriarchal domination of women in which two points were, and are, central: One, men cannot gestate life and give birth to children (necessary to continue the species Homo sapiens). Two, men as a social group loathe women and our bodies for this power. Conversely, when women ‘fail’ to reproduce, the disdain expressed is stark.”

Klein’s rejection of this compartmentalizing — a function not only of patriarchy but white supremacy and First World imperialism, capitalism, and the worship of high technology — feels like a simple plea for our collective humanity, for seeing each other as fully human and not as things. That Klein’s book is so desperately needed signals how far we are from such basic values.

Klein’s definition of surrogacy reflects those basic values: “Pared down to cold hard facts, surrogacy is the commissioning/buying/renting of a woman into whose womb an embryo is inserted and who thus becomes a ‘breeder’ for a third party.”

Key observations and insights that Klein’s book provides include:

  • While many people have strong emotional desires to have children, there is no “right” to have a child genetically related to you. The moral claim for surrogacy is an illusion.
  • The surrogacy medical machine comes with risks for the women who sell eggs and those who carry the fetus, as well for the children born through this method, and there has been little research/testing on the long-term health effects. The health claims of surrogacy are distortions.
  • Surrogacy routinely involves the exploitation of poorer women, increasingly in the Third World. The political practice of surrogacy is exploitation.

Klein, a co-founder of the Australian feminist press Spinifex that published the book, has decades of experience in teaching and research, with expertise in health/biology and social theory, as well as feminist activism. The breadth and depth of her knowledge and experience is evidenced throughout the book, as she moves easily between technical scientific details, moral philosophy, legislative proposals, and organizing strategy. [Disclaimer: I have published a book with Spinifex, which Klein edited and in that process I acquired firsthand knowledge of her considerable intellectual abilities.]

But most for me, the distinctive feature of the book is Klein’s compassion for people on all sides of the issue. When arguing for political positions we hold passionately, it’s all too easy to valorize our side and demonize opponents. But even when Klein writes with an honest understanding of why some women may be on the other side, she doesn’t hesitate to criticize sharply the profiteers who exploit without concern. I finished the book feeling grateful for the way Klein models a humane approach to debating the subject.

But make no mistake, Klein doesn’t mince words in her analysis, asserting that surrogates “are reduced to incubators, to ovens, to suitcases. And the product child is a tradable commodity who of course has never consented to being a ‘take-away baby’: removed from their birth mother and given to strangers aka ‘intended parents’.” Returning to the parallel between surrogacy and prostitution, she drives home the common features of patriarchal practices:

“… Well regulated sex (or fertility) industries, according to their promoters, create happy hookers (happy surrogates) and happy sex buyers (happy baby buyers). Pimps and brothel owners equal IVF clinics, surrogacy lawyers/brokers, pro-surrogacy advocacy groups, as well as surrogacy/egg ‘donor’ agencies. The difference is that apart from deeply harming women in both industries, the end ‘product’ in prostitution is a ‘faked girlfriend experience’, whereas in surrogacy it is the creation of new human beings: children.”

Klein’s willingness to take on these questions goes a long way to alleviating some of the sense of despair that comes with facing honestly the routine dehumanizing practices of the modern world. But the question lingering just below the surface of almost every page of the book — as well as just below the surface of many of the “normal” activities in our lives in the affluent sectors of the world — remains troubling: How far can people drift from being human animals before we stop being human beings?

By that, I mean that we are organic creatures, products of evolution like all others, with material bodies that we can’t transcend, no matter how much high-energy technology allows us to manipulate the rest of that material world and insulate ourselves from it. But the more we treat high-tech interventions such as surrogacy as routine and uncontroversial, the compartmentalization continues, making routine the exploitation of vulnerable people and widening the gap between people and the larger living world. Can we be truly human beings, in the moral sense, if we do not accept the limits that are imposed on all creatures by that larger world? Do we lose our own humanity when we lose our creaturely bearings to such a degree that we imagine that we can create life on our own through high-tech manipulation?

This concern is not rooted in science-fiction fears of humans becoming robots or robots taking over the world, but rather is a real concern for today. Yes, humans have long used technology, whether Stone Age or Space Age, but the differences in technology matter. Yes, humans have long tried to control natural processes and reshape ecosystems to our advantage, but that doesn’t mean we cannot ask critical questions about the assumptions behind, and implications of, each of the interventions we may want to attempt.

The fact that it is difficult to draw lines does not mean we abandon the obligation to draw them. For me, some of those lines have long been easy to draw: No decent society is possible if men rent women for sex. Klein’s powerful argument makes it just as clear that no decent society is possible if women are reduced to a womb that carries a fetus for the privileged. Social justice and ecological sustainability come together in one clear mandate: #StopSurrogacyNow.


Robert Jensen is a professor in the School of Journalism at the University of Texas at Austin and the author of The End of Patriarchy: Radical Feminism for Men, and Plain Radical: Living, Loving, and Learning to Leave the Planet Gracefully. He can be reached at rjensen@austin.utexas.edu or through his website: robertwjensen.org. To join his email list, visit: thirdcoastactivist.org/jensenupdates-info.html.

 

Originally appeared at Feminist Current.


Stop Surrogacy Now
3380 Vincent Rd STE HUB
Pleasant Hill, CA 94523

#StopSurrogacyNow

 

Chauvi-Sprüche: Die fiesesten Zitate der Chauvinisten

Gepostet am

Sigmund Freud, Voltaire und Friedrich Nietzsche: Ihre Chauvi-Sprüche sind nie in Vergessenheit geraten.

Das alte Frauenbild

Frauen können nicht Auto fahren, gehören an den Herd und können nicht logisch denken? Alles nur Macho-Sprüche! Dass es solche Sprüche heute noch gibt, haben wir diesen gewissen Herren zu verdanken…

Nietzsche, Voltaire und Co. – Sie waren die einflussreichsten Personen ihrer Zeit. Mit ihren unterschiedlichen Erkenntnissen und Ansichten veränderten sie den Blick auf die Welt. Doch eines hatten sie gemeinsam: Sie waren Chauvinisten.

Als „Chauvinisten“ bezeichnete man ursprünglich nicht nur Männer , sondern allgemein Menschen mit einer extrem nationalistischen Weltanschauung. Das heißt: Menschen, die sich allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe anderen überlegen fühlen. Erst die Frauenbewegung in den 70er Jahren prägte den Begriff „Chauvinisten“ für frauenfeindliche Männer.

Zwar leben all diese Männer nicht mehr, doch ihre überheblichen Chauvi-Sprüche sind uns erhalten geblieben. Gegen das ein oder andere Überbleibsel des alten Frauenbildes kämpfen wir sogar heute noch.

Eine kurze Reise in die Vergangenheit: Die 33 fiesesten Chauvi-Sprüche der Dichter und Denker…

  1. „Eine Frau, die nachdenkt, ist verloren!“
    Joseph Addison, englischer Schriftsteller (1672 – 1719)
  2. „Es gibt drei Arten von Frauen: die Schönen, die Intelligenten und die Mehrheit.“
    Rainer Werner Fassbinder, deutscher Regisseur (1945-1982)
  3. „Eine Frau ist etwas für eine Nacht. Und wenn sie schön war, noch für die nächste.“
    Gottfried Benn, deutscher Lyriker (1886–1956)
  4. „Vorsicht vor einem Weibe, welches logisches Denken offenbart! Denn Logik und das Weib sind so heterogen, das es Unnatur ist, wenn sie zusammen auftreten.“
    Johannes Cotta, deutscher Verleger (1764-1832)
  5. „Das niedrig gewachsene, schmalschultrige, breithüftige und kurzbeinige Geschlecht das Schöne zu nennen, dies konnte nur der vom Geschlechtstrieb umnebelte männliche Intellekt fertigbringen.“
    Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph (1788–1860)
  6. „Schwachheit, dein Name ist Weib!“
    William Shakespeare in „Hamlet“, englischer Dramatiker (1564–1616)
  7. „Frauen sind wie Zigaretten: Zuletzt sammelt sich das ganze Gift im Mundstück.“
    George Bernard Shaw, irisch-britischer Dramatiker (1856–1950)
  8. „Auch Frauen können ein Geheimnis für sich behalten, vorausgesetzt, man erzählt es ihnen nicht.“
    August Strindberg, schwedischer Schriftsteller (1849-1912)
  9. „Die große Frage, die ich trotz meines dreißigjährigen Studiums der weiblichen Seele nicht zu beantworten vermag, lautet: ‚Was will eine Frau eigentlich?'“
    Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse (1856-1939)
  10. „Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden.“
    Martin Luther, Begründer der Reformation (1483-1546)
  11. „Der gute Ruf einer Frau beruht auf dem Schweigen mehrerer Männer.“
    Maurice Chevalier, französischer Schauspieler (1888-1972)
  12. „Wenn Frauen nicht mehr wissen, was sie tun sollen, ziehen sie sich aus, und das ist wahrscheinlich das Beste, was Frauen tun können.“
    Samuel Beckett, irischer Schriftsteller (1906-1989)
  13. „Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen.“
    Thomas von Aquin, Kirchenlehrer (1225-1275)
  14. „Was die gelehrten Frauen betrifft: So brauchen sie ihre Bücher etwa so wie ihre Uhr, nämlich sie zu tragen, damit gesehen werde, damit sie eine haben, ob sie zwar gemeiniglich still steht oder nicht nach der Sonne gestellt ist.“
    Immanuel Kant, deutscher Philosoph (1724-1804)
  15. „Stehen Frauen an der Spitze der Regierung, so ist der Staat in Gefahr, denn sie handeln nicht nach den Anforderungen der Allgemeinheit, sondern nach zufälliger Neigung und Meinung.“
    Georg Friedrich Wilhelm Hegel, deutscher Philosoph (1770-1831)
  16. „Feminismus existiert nur, um hässliche Frauen in die Gesellschaft zu integrieren.“
    Charles Bukowski, US-amerikanischer Schriftsteller (1920-1994)
  17. „Frauen: Austauschbare Werkzeuge zu einem stets gleichen Vergnügen.“
    Marcel Proust, französischer Schriftsteller (1871-1922)
  18. „Frauen sind für mich wie Elefanten. Ich sehe sie gern an, aber ich würde keinen haben wollen.“
    W.C. Fields, US-amerikanischer Unterhaltungskünstler (1880-1946)
  19. „Was schert mich Weib, was schert mich Kind? […] Lass sie doch betteln gehen, wenn sie hungrig sind.“
    Heinrich Heine in „Die Grenadiere“, deutscher Dichter (1797–1856)
  20. „Mit den Mädchen muss man schlafen, wozu sind sie sonst da!“
    Kurt Tucholsky, deutscher Schriftsteller (1890-1935)
  21. „Denke immer daran, dass du als Ehemann dein Leben lang ein Sklave bist.“
    Menander, griechischer Komödiendichter (342-290 v. Chr)
  22. „Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!“
    Friedrich Nietzsche in „Also sprach Zarathustra“, deutscher Philosoph (1844-1900)
  23. „Die Ehe ist heutzutage die einzige wirkliche Form der Leibeigenschaft, die gesetzlich sanktioniert ist.“
    John Stuart Mill, englischer Philosoph (1806–1873)
  24. „Wenn eine Frau sich die Lippen nachzieht, so ist das, wie wenn ein Soldat sein Maschinengewehr putzt.“
    Bob Hope, US-amerikanischer Komiker (1903-2003)
  25. „Der Zweck heiligt die Mittel. Dies muss sich der liebe Gott gedacht haben, als er das Weib erschuf.“
    Thomas Niederreuther, deutscher Schriftsteller (1909-1990)
  26. „Die Frau ist ein menschliches Wesen, das sich anzieht, schwatzt und sich auszieht.“
    Voltaire, französischer Autor und Aufklärer (1694-1778)
  27. „Fürchte den Bock von vorn, das Pferd von hinten und das Weib von allen Seiten.“
    Anton Tschechow, russischer Schriftsteller (1860-1904)
  28. „Das Verhältnis von Mann und Weib ist kein anderes als das von Subjekt und Objekt. Der Mann ist das Etwas, das Weib ist das Nichts.“
    Otto Weininger, Schüler Schopenhauers (1880–1903)
  29. „Die Beziehung zwischen Mann und Frau ist von Natur aus derartig, dass der Mann über der Frau steht, dass der Mann herrscht und die Frau beherrscht wird.“
    Aristoteles, griechischer Philosoph (384-322 v. Chr.)
  30. „Man soll nur schöne Frauen heiraten. Sonst hat man keine Aussicht, sie wieder loszuwerden.“
    Danny Kaye, amerikanischer Komiker (1913–1987)
  31. „Die Frau ist der annehmbarste Naturfehler.“
    John Milton, englischer Dichter und Denker (1608-1674)
  32. „Bei den Frauen gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sind sie Engel – oder sie leben noch.“
    Charles Baudelaire, französischer Dichter (1821 – 1867)
  33. „Wer eine gute, verständige und schöne Frau sucht, sucht nicht eine, sondern drei.“
    Oscar Wilde, irischer Schriftsteller (1854-1900)

https://www.wunderweib.de/chauvi-sprueche-die-fiesesten-zitate-der-chauvinisten-473.htmln

Solche Männer soll frau etwa ernst nehmen?

Damit disqualifizieren sie sich auch in ihren wissenschaftlichen Aussagen.
Am Ende schreien sie nach unserer Liebe! Was, wenn sie unsere Liebe vollends verspielt haben?

 

Matriarchat

Gepostet am

Das Matriarchat ist die Grundlage des Prinzips universaler Freiheit und

Gleichheit,

des Friedens und liebender Menschlichkeit.

Es ist auch die Grundlage wohlüberlegter Sorge um materielles Wohlergehen und

irdisches Glück.

(Erich Fromm)

 

Matriarchy is the foundation of the principle of universal freedom and

equality,

peace and loving humanity.

It is also the foundation of thoughtful concern for the material well-being and

earthly happiness

 (Erich Fromm)

DIE SPRACHE DER GÖTTIN

Gepostet am

» Göttinnen

DIE SPRACHE DER GÖTTIN

Marija Gimbutas, die litauisch-amerikanische Archäologin, entdeckte und benannte die matriarchale/egalitäre, friedliche Kultur des „Alten Europa“ vor 6000-8000 Jahren und lieferte damit eine wichtige Grundlage für MatriarchatsforscherInnen und frauengeschichtsforschende Feministinnen. Sie stützte sich in ihren Forschungen über das Alte Europa auf die Kenntnisse der Archäologie, Linguistik, Mythologie sowie der Volkskunde. Sie stellte die Vermutung auf, dass es sich dabei um eine große, matrilineare und egalitäre Kultur gehandelt hat: eine Kultur, die viele Jahrtausende Bestand hatte.

Ihr Heimatland Litauen wurde als letztes europäisches Land christianisiert, hier hielten sich hartnäckig heidnische Bräuche. Volkskunst gehörte zum täglichen Leben in Marijas Umgebung. Die Bediensteten glaubten an Hexen und an Nornen, die den Lebensfaden spinnen. Für sie, das Mädchen, waren Feen real. Marija sagte selbst: „Ich hörte Märchen, als ich den alten Frauen zu Füßen saß. Die Göttinnen lebten noch, sie waren um mich, die Nornen, die Raganas, die Hexen, Baba Yaga. Das war entscheidend. Als ich über die Göttinnen schreiben musste, bin ich in Gedanken in meine Kindheit zurückgegangen. Ich erinnerte mich an das, was ich aus der Volkskunde über die Göttinnen wusste.“

Mit 15 (nach dem Tod ihres Vaters) begann Marija sich für alles, was mit dem Vergangenen zu tun hatte, zu interessieren, besonders für alles, was mit alten Glaubensvorstellungen vom Tod und prähistorischen Beerdigungsriten zusammenhing.

In ihrem Elternhaus hatte es geheißen, Litauisch wäre eine der ältesten indoeuropäischen Sprachen. Deshalb wollte sie herausfinden, was der Ursprung des Indo-Europäischen war. Dies führte sie schließlich zur archäologischen Forschung in Osteuropa. Anhand der Grabhügel für Häuptlinge, „Kurgane“ genannt, identifizierte Gimbutas die Proto-Indo-Europäer als viehzüchtende Nomaden aus den Steppen an der Wolga. Diese These war freilich nicht unumstritten.

Ihr linguistisches Wissen war eine wichtige Voraussetzung für die richtige Deutung der archäologischen Funde, die sie in den 60er Jahren machte. Sie reiste viel durch ganz Europa, führte Ausgrabungen an zahlreichen Stellen durch bzw. leitete sie, allein fünf große in Osteuropa zwischen 1967 und 1980. Sie stellte fest, dass die Kulturen ganz anders war, als jene, die sie aus Südrussland kannte: keine Viehzüchter, keine kriegerische Kultur mit Pferden und Wagen. In Nord-Griechenland und Südost-Europa fand sie stattdessen eine Ackerbaukultur mit „´wunder-, wunderschöner Töpferware, Hunderten von – Tausenden von Skulpturen, Figurinen, Tempel-Modellen und anderen wunderschönen Dingen.´“ Die Jungsteinzeit in Europa ergab für Marija Gimbutas ein geschlossenes Bild, die Vorstellung einer einheitlichen Kultur:

„Es ist ein großes Missverständnis, davon auszugehen, dass Kriegsführung ein Teil der menschlichen Natur ist. Umfangreiche Kämpfe und die Errichtung von Befestigungsanlagen gehörten tatsächlich zum Leben der meisten unserer direkten Vorfahren, von der Bronzezeit bis heute. In der Altsteinzeit und in der Jungsteinzeit war dies jedoch nicht der Fall. Bei altsteinzeitlichen Höhlenmalereien gibt es keinerlei Darstellungen von Waffen (jedenfalls keiner Waffen, die gegen andere Menschen verwendet wurden), noch gibt es Überreste von Waffen, die in der Jungsteinzeit im frühen Europa von Menschen gegen Menschen eingesetzt wurden.“

Im Gegensatz zu den meisten ArchäologInnen, die sich auf Spezifika konzentrieren (Siedlungsstruktur, Keramik), betrieb sie eine Überschau und sah „etwas Einheitliches, eine hochzivilisierte Gemeinschaft mit einem feinen Gespür für Ästhetik und Harmonie, einem Sinn für Musik und Tanz, kunstvoller Metallbearbeitung lange vor den Metallzeiten, der Präzisionsarbeit an Nadeln und Knöpfen ebenso wie feiner Web- und Flechttextilien, einer hohen Wertschätzung der Natur und hoch differenzierter religiöser Vorstellungen.“ Sie gab dieser Kultur den Namen „Old Europe = Alt-Europa“, in gleichzeitiger Anlehnung und Abgrenzung gegen „Indo-Europa“.

Nach Marija Gimbutas lebten zwischen 6.500 und 3.500 v.u.Z. verschiedene Gesellschaften zwischen den Karpaten und dem Norden Griechenlands, zwischen dem Adriatischen Meer und dem heutigen Bukarest, aber alle nach der gleichen Norm, im selben Geist. Der Fund zahlreicher sehr ähnlicher Statuen in diesem großen Raum gab ihr die Bestätigung dafür.

97% der Funde waren weiblich, darunter auch Vasen und Tassen: Etliche Tongefäße hatten Brüste und ein Gesicht, auf den Dächern von Tempelmodellen waren wie ein Kamin ein langer Hals und ein weibliches Gesicht angebracht. Ein Altar hatte die Form eines Schoßdreiecks. Manche Skulpturen zeigen nur die Vulva oder ein Paar Brüste. „Das, was Frauen gegenüber Männern auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, neues Leben zu schaffen und mit dem eigenen Körper zu nähren, es also zu erhalten.“ … „Die Göttin vereint alle Momente des Zyklus in sich. Sie, die Gebärerin, schenkt Leben. Sie, deren Brüste Milch und Wasser spenden, erhält das Leben. Als furchteinfllößende Macht bringt sie den Tod. Doch der Tod ist nie das Ende, er enthält zugleich den Keim des neuen Lebens. Marija Gimbutas nennt die Göttin u.a. ´Regeneratrix´, die Erneuerin.“

Marija Gimbutas ordnete die gefundenen Figuren zu folgender Typologie:

  • 1. Die Göttin als Personifikation der generativen Kräfte der Natur – dargestellt als Gebärende, mit betonter Brust und/oder Vulva, mit dem Kind auf dem Arm, als Bärin-Amme, als offener Mund oder doppeltes Auge, als Schlange/Schlangengöttin, mit dem Widder als ihrem Begleiter.
  • 2. Die Göttin als Personifikation der destruktiven Kräfte der Natur, als Todesgöttin – dargestellt mit eng an den Leib gepressten Armen, als „steife Nackte“, mit der Farbe Weiß, aus Knochen oder weißem Gestein hergestellt, in Form einer Giftschlange oder häufiger als Raubvogel (Geier, Eule, Rabe, Krähe).
  • 3. Die Göttin als Personifikation der Erneuerung, die den Lebenszyklus kontrolliert – dargestellt in vielen, verschiedenen Manifestationen des Uterus, Schamdreiecks oder Fötus: Frosch, Kröte, Igel, Stierkopf, Dreieck und Doppeldreieck, auch als Insekt, Biene, Schmetterling, Motte.
  • 4. Männliche Gottheiten machten nur 3 – 5 % der Funde aus. „Männliche sexuelle und physische Kraft wurde angesehen als eine Macht, die auf magische Weise die weibliche Schöpfungskraft vergrößert. Männliche Gottheiten repräsentieren entweder die Vegetation, die im Herbst abstirbt, um im Frühjahr ´aufzuerstehen´, oder sie waren verknüpft mit der wilden Natur.“

Marija Gimbutas sah in diesen Glaubensvorstellungen ein Erbe der Altsteinzeit. Da Glaubensvorstellungen nicht über Nacht verschwinden, auch wenn ihre Kultur untergeht, hielten sie sich ganz oder teilweise bis ins 2. Jahrtausend v.u.Z. bestehen, beispielsweise in der minoisch-mykenischen Kultur.

Sie deutete Ornamente als Bildsprache: gerade Linien, gestreifte und gepunktete Bänder, ineinandergesetzte Vs, Zickzack- und Wellenlinien. Den Punkt in der Mitte von Rauten interpretierte sie als Korn; tw. sind echte Körner in den Ton gedrückt worden. Diese und andere Bilder (Wirbel die aus Halbmonden und Hörnern entstehen, aufgerollte Schlange, Spirale, stilisierte Vogelklauen, Sanduhr, Raute) führte Marija Gimbutas zu der Entdeckung, dass es sich dabei um eine Schrift handelte. Sie nannte diese Formensprache „Die Sprache der Göttin“.

Diese Entdeckung wird (vor allem in der männlichen Fachwelt) gern ignoriert. Die Erfindung der Schrift wird den Sumerern zugeschrieben, und dabei hat es zu bleiben. Bestimmte Zeichen wurden aber schon in der Altsteinzeit, vor über 20.000 Jahren, verwendet, etwa das V, das M oder das Y, in Knochen, Horn oder Stein geritzt. Im Laufe der Zeit entwickelten die Menschen 60 Zeichen, die sie offenbar gezielt einsetzten, auf Tongefäßen verdoppelt, multipliziert, einander entgegengesetzt, zusammen mit Mäandern und Parallellinien: in dieser Verschachtelung und Verdoppelung sah Gimbutas eine Verstärkung, eine Art Anrufung.

Marija Gimbutas schloss aus den Darstellungen der Göttin auch auf die Sozialstruktur Alt-Europas. Mit vielen Beispielen malte sie „ein soziales Miteinander, in dem das Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern ausbalanciert ist, eine Lebensführung, in der religiöses und Alltagshandeln nicht voneinander geschieden sind.“

Gegen Ende ihres Lebens trat in ihrer Arbeit die spirituelle Dimension stärker in den Vordergrund.

Dank ihrer fundierten Ausbildung in mehreren Bereichen, nicht ausschließlich Archäologie, fiel es ihr leicht, die unterschiedlichen Funde der unterschiedlichen Kulturen zu unterscheiden, „ihr Blick war nicht eindimensional“.

1974 erschien ihr erstes Buch „Götter und Göttinnen Europas“. Damit hatte sie sich, ohne das zu beabsichtigen, außerhalb des Systems begeben; ein Archäologe beispielsweise rezensierte es in dem Sinne „Was sie vorher geschrieben hat, war gut, aber jetzt überschreitet sie die Grenzen“.

Eindringlich mahnte sie, dass „der Rückblick auf die Vergangenheit uns zur Herstellung einer besseren Zukunft verpflichte.“

Marija Gimbutas´ Gedanken und Werke wurden interessiert aufgenommen. Standardwerke wurden ihre umfangreichen Bücher „Die Zivilisation der Göttin“ und „Die Sprache der Göttin“.

In ihren letzten Jahren arbeitete sie eng mit Joan Marler zusammen, einer ausgebildeten Tänzerin, die die Texte des Mythenforschers Joseph Campbell als Inspiration verwendete, als Tanzlehrerin und Choreographin und auch fürs Radio arbeitete. 1987 interviewte sie Marija Gimbutas. Da sie auch journalistisch tätig war und Lektoratserfahrung hatte, bat Gimbutas sie, mit ihr an „The Civilization of the Goddess“ zu arbeiten, das 1991 herauskam.

Bis heute arbeitet Joan Marler daran, die Arbeit von Marija Gimbutas zu verbreiten und zu vertreten, beispielsweise bei der Eröffnung der Ausstellung „Sprache der Göttin. Symbolik im neolithischen Alt-Europa. Annäherung an das Werk von Marija Gimbutas“ 1994 in Wiesbaden und beim Ersten Kongress zur Matriarchatsforschung in Luxemburg 2003.

An der spirituellen Göttinnen-Bewegung, die zumindest zum Teil durch ihre Arbeit ausgelöst worden war, hatte sie nie Anteil. Sie war Wissenschaftlerin und nahm an spirituellen Zusammenkünften nur teil, wenn sie speziell zu ihren Ehren veranstaltet wurden. Ihre Spiritualität drückte sich in ihrer Leidenschaft für ihre Arbeit aus. Da sie überzeugt war, dass die alt-europäische Spiritualität erdverbunden war, war es auch gar nicht nötig, dass sie spezielle „Göttinnendienste“ besuchte oder betrieb, denn in dieser Art Denken ist Arbeit gleich Göttinnendienst.

Sie hatte nie die Absicht, eine Göttinnen-Bewegung auszulösen. Sie hatte einfach ihre Arbeit gemacht. Sie war sogar erstaunt, dass sie solchen Enthusiasmus ausgelöst hatte. Die vielen Briefe, mit denen Frauen ihr ihre Wertschätzung aussprachen, haben sie verwundert – aber natürlich waren sie auch eine große Befriedigung für sie. Sie wollte keine Symbolfigur werden, und wenn ihr Zustimmung auch gut tat, so wollte sie nie angebetet werden.

Ihre Forschungen zeigen, „dass wir als Zivilisation nichts Neues lernen müssen, um in Zukunft zu überleben, sondern uns nur an etwas Vergessenes zu erinnern brauchen. “

Text: Irene Fleiss (von mir leicht modifiziert)

http://www.frauenwissen.at/sprachedergoettin.php