Anmerkung zum Geschlechter-Identitäts-Dilemma

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Es ist nicht verwunderlich, angesichts der Tatsache, dass die soziokulturelle und patriarchale Entfremdung  und Fremdbestimmung der  weiblichen und mütterlichen  Identität zum Dilemma der  Geschlechter-Identität führt.  Denn die patriarchal-verursachte Ambivalenz von Mutterschaft und die Entwertung der weiblichen und mütterlichen Schöpfungsleistungen zugunsten eines patriarchal-determinierten Leistungsprinzips, verursachen  u. a. das Geschlechter-Dilemma.  Ein Dilemma, das sich aus der patriarchalen Determination der Körperlichkeit und dem patriarchal-dominierten sozio-psychologischen Kollektivbewusstsein ergibt und nicht aus der angeborenen Körperlichkeit.

Der Widerspruch zur angeborenen Körperlichkeit impliziert auch eine Verdrehung der Kausalität – von Ursache und Wirkung. Es entsteht  der vermeintliche Eindruck, dass die angeborene und naturgegebene Körperlichkeit und die Natur selbst der Verbesserung bedürfen  und  der sozio-kulturellen und patriarchal-wissenschaftlichen Perfektionierung unterworfen werden müssten.

Nicht die angeborene Körperlichkeit verursacht das Dilemma der Geschlechter-Identität und Persönlichkeitsentwicklung, sondern die patriarchal-bestimmte sozio-kulturelle  Definition der Identität. 

Das Priorisieren der männlichen Identität und die Fokussierung auf das männlich geprägte Aktivitätsprinzip gehen einher mit der Emanzipation über die Natur und über den natürlichen Menschen. Der emanzipatorische Faktor, der an das Leistungsprinzip und an den religiösen Imperativ gebunden ist, setzt einen Teufelskreis von theoretisch-utopischem  Absolutheitsstreben,  basierend auf  der Zerstörung von real-existenziellen  Grundlagen, in Gang.

 

Übersetzung (engl):

 

It is not surprising, given the fact that the socio-cultural and patriarchal alienation of the female and maternal identity leads to the dilemma of gender identity. For the patriarchal-induced ambivalence of motherhood and the depreciation of female and maternal creations in favor of a patriarchal-determinate principle of activity causes the gender dilemma.  

 A man focused interpretation of the world, life and nature is imposed to the feminine being and generates a contradiction to the innate and natural premises.
The contradiction to the natural innate corporeality also implies a distortion of causality – of cause and effect. There is the supposed impression that the innate and natural nature and the nature itself need improvement and must be subjected to socio-cultural and patriarchal scientific perfection.

Not the innate physicality causes the dilemma of gender identity and personality development, but the patriarchal-determined socio-cultural definition of identity.

The prioritization of the male identity and the focus on the male activity principle are accompanied by the emancipation over nature and the natural being. The emancipator factor, which is bound up with the principle of achievement and the religious imperative, sets in motion a devil’s circle of theoretical and utopian striving for absoluteness, based on the destruction of real existential natural preconditions.

Der Verlust der gesellschaftlichen Mitte oder die Paradoxie patriarchalen Wirtschaftens.

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Leider ist die Wachstums- und Machbarkeitsideologie immer noch Hauptbestandteil patriarchal-philosophischer Erklärungsversuche. Die natürliche Bedingtheit und Endlichkeit von Naturressourcen werden nicht wesentlich berücksichtigt. Arbeit als emanzipatorischer Faktor, der auf der Naturbeherrschung und Transformation von Natur in tote Waren basiert, ist widersinnig, weil sie in die Zerstörung unserer natürlichen und existenziellen Grundlagen führt. Nicht der Mensch ist die Voraussetzung für Natur, sondern die Natur ist Voraussetzung für den Menschen.

Der Arbeitsbegriff müsste wieder seinem ursprünglichen Sinn zugeführt und dem Sein untergeordnet werden. Arbeit, in ihrem ursprünglichen Sinn, ist die Interaktion zwischen den Generationen (Cl. v. Werlhof) zwecks Arterhaltung und keine Selbstbereicherung oder individuelle Selbstprofilierung zwecks Individuation und Emanzipation über natürliche und existenzielle Grundvoraussetzungen.

Die patriarchal-ökonomische Maxime, Schöpfung aus Zerstörung (Das Konzept der schöpferischen Zerstörung ist ein Grundmotiv von Schumpeters Werk Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie), verdreht die Kausalitäten und zerstört axiomatische Lebens- und Naturzusammenhänge.

Das irdische Prinzip der Kreisläufigkeit sollte Orientierung menschlicher Aktivitäten sein und nicht die lineare Ausrichtung auf theoretische Absolutismen. Deshalb halte ich es für notwendig, sich auf die Inhalte und Erkenntnisse  der Matriarchatsforschung zu fokussieren, wenn wir das menschengemachte patriarchale Dilemma von Theorie und Lebenswirklichkeit überwinden wollen.

Arbeit dient dem Sein und der Seinserhaltung und nicht umgekehrt.

Ein Versuch hinter die Worte zu blicken

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Weltpolitik

Putin und Trump – ein Gespann?

Von KAI EHLERS | Veröffentlicht vor 3 Tagen in: Weltpolitik                   https://www.hintergrund.de/politik/welt/putin-und-trump-ein-gespann/

Eine, wie ich finde,  sachliche, ausführliche und ausgewogene Analyse der patriarchalen Weltpolitik mit dem Schwerpunkt auf Putin und Trump, ohne tendenziös einseitige Bevorzugung.

Im Großen und Ganzen wird in dem Text eine Lösungsmöglichkeit für die Dilemmata im Ost – Westverhältnis  anvisiert.

Leider hält sich der Autor, genau wie das Gros der patriarchalen Intelligenzia, zu lange im Status quo auf, der ebenso problembehaftet ist wie die Lösungsmöglichkeiten.

Zumindest wird eine 100%ige Kehrtwendung im global-politischen Handeln und der globalen Lebensweise als Notwendigkeit angedeutet. Die Richtung stimmt, wird aber noch zu sehr von Herrschaftsgläubigkeit dominiert. Anders kann ich mir die explizite Auslassung des Autors über die beiden Weltherrschaften (inklusive der dritten aufstrebenden Weltmacht China) nicht erklären.

Ich stimme dem Autor zu, dass Trump mit seinen rückwärtsgewandten Rezepten nur das Gegenteil von dem erreicht, was er anstrebt. Mit alten, bereits gescheiterten Konzepten lässt sich weder leben, noch eine Zukunftsperspektive erarbeiten, wie an der Revitalisierung rechter „Vater-Staats-Nationalismen“ zu erkennen ist.

 Solange Menschen von einer  Herrschaft instrumentalisiert und fremdbestimmt werden im Namen eines Gottes oder einer angeblich höheren utopischen Kognition, führt der Weg zwangsläufig in die biblisch prophezeite Real-Apokalypse. Andere Optionen lässt das patriarchale Paradigma nicht zu – entweder unterwürfige Gläubigkeit oder Untergang.

 Wer eine bessere Welt als die Naturgegebene, im Namen des Herrn er-schaffen will , der erweist sich als Feind der Menschheit, der Erfahrbarkeit, des irdischen Lebens, des Wissens, der Weisheit und der Erde.

 Leider spielt der Autor noch immer zu sehr auf der Herrschaftsklaviatur. Mit Herrschaft lässt sich die Welt nicht bewahren, weil  Herrschaft das Agens für Spaltung und Zerstörung aller Naturgegebenheiten ist wegen seines Anspruchs auf Überlegenheit über Natur, Frau (Mensch) und Erde. Wobei der Gottesglaube immer als Hilfsmittel und als  Krücke gedient hat/dient.

Die, vom Autor, angedeutete neue Welt kann ohne Respekt vor der individuellen verantwortungsvollen  Selbst- und Mitbestimmung des Menschen nicht realisiert werden.

Der Fokus liegt hier auf Verantwortung gegenüber dem Leben, der fürsorglichen  Lebensgemeinschaft, der Natur, der existenziellen Lebensgrundlagen, der Umwelt und der Erde.

Herrschaft ist kein Archetyp für ein reziprokes und zukunftweisendes Lebensmodell, sondern eine Emanzipation aus der natürlichen Bedingtheit und ein Anspruch auf Suprematie!

Geoengineering – die „große Transformation“ des Planeten?

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Veröffentlicht am 29.01.2017

Prof. Dr. Claudia von Werlhof im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt beim 3. Quer-Denken.TV-Kongreß am 26. und 27. November 2016 in Bergheim.

Prof. Dr. Claudia von Werlhof legt dar, daß es ein ganzes Programm der laufenden Zerstörung des Planeten gibt, das sie als „Militär-Alchemie“ bezeichnet. Es soll der Kontrolle über ihn – im Sinne der allgemeinen Naturbeherrschung durch die neuzeitliche Naturwissenschaft – dienen, aber auch seiner Verwandlung in eine Megamaschine und eine Kriegswaffe für beliebige Zwecke des Militärisch-Industriellen Komplexes.

Dabei sei das naturwissenschaftliche Denken über die Materie als angeblich toter Materie vorausgesetzt, so, daß gar nicht bemerkt werde, welche Beschädigungen der Erde als „kosmischem Lebewesen“ zugefügt würden.

Anhand des Buches von Dr. Rosalie Bertell, „Kriegswaffe Planet Erde“ (3. Auflage 2016), klärt die Referentin auf über die Geschichte des Geoengineering. Dazu gehörten vor allem die Experimente im Vietnamkrieg (z.B. die Besprühung mit Agent Orange), gleichzeitig die über 2000 Atom-Versuche zwischen 1959 und 1998, die zur Zerstörung von Teilen der Atmosphäre (Ozonlöcher) und des Magnetfeldes der Erde geführt haben, sodaß heute die kosmische, elektromagnetische Strahlung z. T. ungehindert auf die Erdoberfläche treffen könne (UV etc.). Dadurch trete auch eine Beschädigung der Landwirtschaft ein. Zur Vertuschung dieser Folgen wurde den Kühlschränken und dem FCKW die Schuld in die Schuhe geschoben.

Darüber hinaus erklärt sie den Ursprung und die Anwendung von z.T. ganz neuen, noch weitgehend unverstandenen Methoden, insbesondere diejenigen mit gepulsten Elektromagnetischen Wellen nach Nikola Tesla, zu der die Ionosphären-Heizer-Anlagen wie HAARP in Alaska, aber auch mehrere in Europa und insgesamt ca. zwei Dutzend weltweit gehören. Sie beschreibt, wie sie viel größere Wirkungen erzielen können als die bisherigen, nicht auf Schwingungen, sondern der Bearbeitung der äußeren Materie beruhenden Techniken. Dadurch könnten im Prinzip unbeschränkte Wirkungen erzielt werden und unbemerkt „unerklärte Kriege“ durch alle Arten von „Naturkatastrophen“ geführt werden.

Es gäbe auch eine Zusammenarbeit in der Anwendung verschiedener Techniken des Geoengineering, z.B. zwischen dem Besprühen der Atmosphäre, heute mit Schwermetallen, was einen Leiter für die EM-Wellen ergibt, und zusammen mit diesen z.B. zur Umleitung etwa von Stürmen dienen, wie im Falle von „Erin“ am Tag des 11. September 2001 im Atlantik vor New York. Auch könnten mit EM Wellen Verschiebungen der Jet- und Dampfströme um die Erde erreicht und dadurch Kälte oder Hitze, Dürre oder Überschwemmungen ausgelöst werden.

Als Beispiel für eine Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Anwendern dieser Methode im internationalen Raum nennt sie diejenige der Sowjets und Amerikaner zum Abtauen der Arktis mit ELF-Wellen seit 1974 (Geheimvertrag von Wladiwostok), die den Zugang zu den Rohstoffen unter dem Eis eröffnen sollte, was ja nun der Fall sei.

Es sei also nicht das CO2 an allem schuld, was sich seitdem ereignet, wie den Leuten seit etwa 1990 irreführend gesagt wird, um von den wahren Ursachen abzulenken.

Es werde aber von der neuen Disziplin des „zivilen Geoengineering“ geleugnet, daß das Geoengineering bereits angewandt wird, wie sie auch verschweigt, daß sie selbst einen militärischen Ursprung hat.

Website:
http://www.fipaz.at
http://www.pbme-online.org

Kontakt:
Forschungsinstitut für Patriarchatskritik und alternative Zivilisationen FIPAZ e.V.
Obfrau: Prof. Dr. Claudia von Werlhof
Birkenweg 3
6176 Völs Österreich

Weitere Sendungen mit Prof. Dr. Claudia von Werlhof:
Caliban und die Hexe – zur „Alchemie“ der Moderne. Patriarchatskritik der kapitalistischen Gesellschaft
http://quer-denken.tv/1720-caliban-un…

Von der Waffe zum Wrack – der Mißbrauch der Erde als Megamaschine
http://quer-denken.tv/1684-von-der-wa…

Bindung und Beziehung statt fehlgeleitete Erziehung ▶ Kinder brauchen ihre Eltern

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Institutionen – nicht besser als Umfeld (3/4)

Lotta Suter / 05. Jan 2017 – Das komplizierte Verhältnis zwischen Institution und Moral: Dieselbe Institution bringt Nächstenliebe & Menschenverachtung hervor.

http://www.infosperber.ch/Artikel/Gesellschaft/Institutionen—nicht-besser-als-Umfeld-34 

Bei obigem Artikel dreht es sich um ein Austarieren von Menschlichkeit und Professionalität.
Das Problem hierbei war und ist die Vorrangigkeit. Was hat den Vorrang?
Institutionen richten sich prinzipiell nach den heutigen ökonomischen Richtlinien, die der Gewinnmaximierung untergeordnet sind. Insofern, stehen Institutionen vorrangig unter ökonomischen Zwängen.

Obwohl, Institutionen psychische, soziale und auch ökologische Fehlentwicklungen vermeiden, beheben und ausgleichen sollen und ihnen, zu diesem Zweck eine explizite Gestaltungshoheit erteilt wird, stoßen sie selbst immer an ihre Grenzen und bewirken u. U. das Gegenteil, was bei den Schutzbefohlenen weitere Schäden hervorrufen kann.

Ohne die Professionalität auf den Prüfstand zu stellen und ohne Menschenrechte und Moral, in diesem Zusammenhang, genauer zu definieren, werden wir ständig in Sackgassen geraten. Man könnte auch sagen, solange Professionalität und Gewinnmaximierung vor den Menschen-, Seins- und Lebensrechten priorisiert werden, solange erschaffen wir unsere eigenen Dilemmata.

Meiner Meinung nach, sollte jedwede menschliche Aktivität unter seins-, lebens-, natur- und menschenrechtlichen Prämissen stehen und nicht umgekehrt.
Der patriarchal-paradigmatische Aktivitäts-, Arbeits- und Leistungs-Imperativ als «Emanzipationsfaktor» schadet Mensch und Natur, was an der globalen Natur-Zerstörung und der Entmenschlichung des Menschen zu erkennen ist.

Institutionen können keine naturbedingten, naturgegebenen und gewachsenen Bindungen ersetzen.

 

Orestie von Aischylos – der vollzogene Umbruch in die patriarchale „Rechtsordnung“

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Die Orestie des Aischylos zählt zur klassischen Weltliteratur, gilt als Beginn der Rechtsstaatlichkeit und basiert auf Betrug an Frauen und Müttern sowie auf deren Entrechtung, wie viele klassische Werke (z. B. Die „Nibelungensage“ oder „Faust“ von Goethe).

Ein klassisches griechisches Drama oder die Zerstörung der naturgegebenen Mutter-Tochter (Kind)-Bindung zwecks Emanzipation einer künstlichen patriarchalen Vater(König)-Sohn(Untertan)-Beziehung (Hierarchie).

Der Vater, König Agamemnon, opfert seine unschuldige Tochter – womit  er die Rache der Mutter provoziert und den Fluch initiiert – seinem „Kriegsgott“, der ihm damit den Sieg im trojanischen Krieg gewähren soll. Der Fluch des Hauses Atreus wird aber an der Rache der Mutter festgemacht und nicht an der ursprünglichen Ermordung der jungfräulichen Tochter durch den Vater.

Diese Opferung dient nicht nur als Rechtfertigung für gewalttätige und kriegerische Handlungen, sondern auch der Entwertung und Entrechtung der weiblichen Welt und deren naturgegebenen, genuinen und lebenserhaltenden Bindungen.

Mit der Ermordung der Tochter begeht Agamemnon einen fundamentalen Tabu-Bruch, indem er seine verwandtschaftliche Bindung zur Tochter und die naturgegebene Mutter-Tochter-Bindung missachtet, ad absurdum führt und zerstört.

Wohingegen Klytaimnestra, die Mutter den verwandtschaftlichen Tabu-Bruch nicht begeht, da der König, ihr Ehemann, nicht mit ihr verwandt ist und er eigenmächtig ohne mütterliche Zustimmung gehandelt hat. Klytaimnestra fordert Vergeltung, rächt sich an ihrem Ehemann und ermordet ihn, weil er, der König, die töchterliche Jungfräulichkeit rücksichtslos zu seinem Vorteil missbraucht und zerstört hat.

Nun schickt sich der Sohn, Orestes, an, um den Mord an seinem Vater zu rächen und ermordet seine leibliche Mutter, die Frau, die ihm das Leben geschenkt hat. Damit wird klar, dass die, von Männern künstlich erschaffene, Hierarchie glorifiziert und sogar das höchste Tabu, der Muttermord, legitimiert werden soll, zugunsten des väterlichen Anspruchs auf Überlegenheit, der hier durch den Königsstatus symbolisiert wird.

Verräterisch ist hier auch, dass Orestes den Mord an seiner Schwester mit keinem Wort erwähnt, den Vater sozusagen, von seiner Schuld freispricht und somit die Mutter zum Sündenbock macht. Denn Orestes steht im Bann der Vater-Sohn-Hierarchie, die das väterliche „Supremat“ absichert und die verwandtschaftliche Bindung verrät.

Die Ermordung der unschuldigen Tochter ist der eigentliche Frevel, der den Königsmord als Vergeltung provoziert hat. Kein, von Männern (Menschen) erdachtes, Götterpantheon kann die verbrecherische Abschlachtung Unschuldiger jemals rechtfertigen oder gar ungeschehen machen.

Zur Verteidigung Unschuldiger standen in der alten griechischen Mythologie die Erinnyen (die Rachegöttinnen) bereit um Vergeltung für begangene Freveltaten auszuüben, die jedoch in der Orestie mittels Betrug zur Ohnmacht verurteilt und in Eumeniden (wohlwollende Rachegöttinnen) umgewandelt wurden.

Der Betrug bestand darin, dass Athene die Rechte der Frauen unterlief, indem sie den Freispruch Orestes bewirkte. Athene war eine mutterlose, fiktive, weibliche Kopfgeburt des Zeus und keine g e b o r e n e Tochter einer Göttin und somit stand ihr, im Prinzip, die vermeintliche Rechtsprechung im Fall des Muttermords nicht zu. Athene wurde von Zeus patriarchal konditioniert, indem er ihr, Athene, die weibliche Genealogie unterschlug und sie, sozusagen, zu seiner Komplizin machte.

„Die Entwicklung des antiken Rechtsverständnisses vom Prinzip der individuellen Rache hin zu einer geordneten Rechtsprechung durch eine die Gesellschaft repräsentierende Gruppe (Richter, Geschworene)“ https://de.wikipedia.org/wiki/Orestie

Diese Entwicklung wird auch als Beginn der Rechtsstaatlichkeit und des Rechtsstaates verstanden, aber dabei wird unterschlagen, dass diese Rechtsstaatlichkeit von Männern für Männer determiniert wird und auf der Entrechtung von Frauen und Müttern aufbaut.

Ebenfalls wurde das „Dahinmorden“ durch das individuelle Racheprinzip nicht unterbunden, sondern durch geordnete kollektive Kriegsführung kontinuierlich und exzessiv weiter betrieben. 

Der in der Orestie vollzogene Umbruch ins Patriarchat basiert also auf Gewalt, Betrug, Entrechtung des weiblichen Seins und der Entkriminalisierung und Vergesellschaftung von Krieg.

Aischylos * 525 v. Chr. in Eleusis, Attika; † 456 v. Chr. in Gela, Sizilien) ist vor Sophokles und Euripides der älteste der drei großen Dichter der griechischen Tragödie. Von seinen sieben erhaltenen Stücken werden vor allem die Perser und die Orestie weltweit gespielt. https://de.wikipedia.org/wiki/Aischylos
Die Orestie des Dichters Aischylos ist eine der bedeutenden griechischen Tragödien. Sie entstand im Jahr 458 v. Chr.
Das dreiteilige Stück behandelt das Ende des Fluchs, unter dem das Haus Atreus steht. Geschildert wird die Entwicklung des antiken Rechtsverständnisses vom Prinzip der individuellen Rache hin zu einer geordneten Rechtsprechung durch eine die Gesellschaft repräsentierende Gruppe (Richter, Geschworene). https://de.wikipedia.org/wiki/Orestie
Agamemnon opferte seine Tochter Iphigenie. Die Mutter von Iphigenie, Klytaimnestra, tötet deshalb ihren Mann Agamemnon nach dessen Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg. Der Sohn Orestes ermordet daraufhin seine Mutter Klytaimnestra. Orestes wird dafür – und das ist neu – nicht mit dem Tod bestraft; die Rachegeister (Erinnyen) können in einem Gerichtsverfahren besänftigt werden. Göttin Athene spricht bei Stimmengleichheit das Urteil (Freispruch). Der Fluch der Familie wird durchbrochen. https://de.wikipedia.org/wiki/Orestie

Das mütterliche Prinzip ist besser

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Uschi Madeisky. Die Filmemacherin aus Frankfurt dokumentiert Matriarchate und wurde für ihr Lebenswerk mit dem Elisabeth-Selbert-Preis des Landes Hessen ausgezeichnet.

 Von 

Uschi Madeisky in ihrer Wohnung in Frankfurt-Berkersheim.  Foto: Andreas Arnold

Auf einen Kaffee mit Uschi Madeisky.

Uschi Madeisky hat einen schönen Ausblick auf Bäume und Gärten in ihrem Arbeitszimmer in Frankfurt-Berkersheim, das hell und modern eingerichtet ist. An der Tür hängt ein Bild mit Schriften von Elisabeth Selbert, ein Geschenk von Freundinnen zur Preisverleihung. Die 64-Jährige ist schlank und hat kurze blonde Haare, in ihrer Wohnung trinkt sie Filterkaffee oder sie geht hinunter in die Küche ihrer Schwester, die im selben Haus lebt. Die Filmemacherin ist viel unterwegs, hat Matriarchate in vielen Ländern und Kulturen besucht. Wo Frauen die Verantwortung trügen, sagt sie, lebten die Menschen besser als in patriarchalen Strukturen, an denen die Emanzipation nicht viel ändern könne.

Frau Madeisky, Sie sehen im Matriarchat eine Perspektive zum Überleben der Menschheit. Sind Frauen doch die besseren Menschen?
Nein, das mütterliche Prinzip ist überlegen. Für alle, die nichts über Matriarchate wissen, muss ich das erklären. In solchen Gesellschaften ehren alle Menschen die Mutter. Sie ist die Frau, die Leben schenken kann und damit einen sehr hohen Status hat. Auch der Mann fühlt sich seiner Mutter verpflichtet. Darauf sind Sozialstruktur, Wirtschaft und Spiritualität ausgerichtet. Die Frauen verwalten und verteilen den Besitz und alle gehen davon aus, dass sie dies so gerecht wie möglich machen. Es geht also nicht um Mann oder Frau, sondern um das mütterliche Prinzip, das besser als das männliche ist, so wie wir es kennen.

Ihr jüngster Film „Wo die freien Frauen wohnen“ beschäftigt sich mit einem Matriarchat in China, den Mosuo. Haben Sie dort ein Paradies für Frauen vorgefunden?
Paradies ist nicht der richtige Ausdruck, aber die Frauen sind dort so frei, wie nirgendwo sonst auf der Welt, auch freier als in unserer Gesellschaft, wo sie sich männlichen Werten unterordnen. Die Frauen leben in Harmonie, sind wohlwollend zueinander, es gibt keine starke Aggression und Egozentrik. Insofern ist dies von allen Gesellschaftsformen, die ich kennengelernt habe, für Frauen und auch für Männer der schönste Ort.

Wie lange waren Sie dort?
Zu allen Jahreszeiten, und jeweils für mehrere Wochen. Unser Team hat immer in derselben Großfamilie gelebt, wir sind schon fast adoptiert.

Wie organisieren sich die Menschen dort?
Ein Clan lebt auf dem Hof, mit Mutter und Großmutter als Oberhaupt. Nach ihrem Tod geht die Großmutter in die Reihe der Ahnen ein, die verehrt werden und die Schutz gewähren. Die Babys werden von allen gehalten und sind damit umfassend umsorgt. Als Kinder kümmern sie sich auch von klein auf um andere. Sie lernen das von den Alten, es gibt kein Trotzalter und keine Pubertätskrisen. Sie können sich frei entfalten, es wird kein Wissen in sie hineingestopft. In dieser Fülle wachsen anders konditionierte Menschen heran. Sie sind nicht neidisch, handeln aus Liebe. Weil sie satt sind, müssen sie andere nicht beurteilen oder belehren. Privatbesitz hat keine Bedeutung und kein Prestige, er wird auch oft weitergegeben.

Und die Männer?
Die Söhne bleiben bei der Mutter und übernehmen die harten Aufgaben, beispielsweise Handel, anstrengende körperliche Arbeiten, auch das Schlachten von Tieren. Frauen erledigen die Hausarbeit und bestellen auch die Felder.

Zur Person

Uschi Madeisky (64) studierte in Hamburg Soziologie und Pädagogik. Mit der Filmproduktionsfirma Colorama produzierte sie bis 2002 Filme für ARD, ZDF und Bildungseinrichtungen zu Gesundheits-, Bildungs- und Sozialthemen. Seit Mitte der 90er Jahre konzentriert sie sich auf Dokumentarfilme über zeitgenössische Matriarchate, unter anderem in China, Indien, Mikronesien und Eritrea.

Zu dem Thema lehrt sie an der privaten Akademie Alma Mater und gibt Vorträge und Workshops. Sie hat den Verein Matriaval mitgegründet, der die matriarchale Kultur auf der ganzen Welt unterstützen und vernetzen will.

Seit ihrer Schulzeit engagiert sich Uschi Madeisky für gesellschafts- und frauenpolitische Fragen, hat das Filmbüro Hessen und die Frankfurter Stiftung für Wissenschaft und Kunst maecenia mitgegründet. 2002 wurde sie mit dem Tony-Sender-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet, im Herbst erhielt sie den Elisabeth-Selbert-Preis des Landes Hessen.

Ihr jüngster Film „Wo die freien Frauen wohnen“, den sie gemeinsam mit Daniela Parr und Dagmar Margotsdotter produziert hat, schildert das Leben der Mosuo, einem Matriarchat in China.

Informationen unter http://www.tomult.de (res)

Damit müssen sie aber die größten Lasten tragen.
Die Frauen sind körperlich sehr fit. Die Arbeit ist nicht schwer, weil sie gemeinsam und selbstbestimmt erledigt wird. Entscheidungen werden im Konsens getroffen. Das Leben ist nicht aufgespalten in Arbeit, Freizeit und Sozialkontakte wie bei uns. Man sieht sie singend bei der Feldarbeit, es wird nie eine Schuldige angeprangert, wenn etwas schiefgeht. Bei uns lasten oft alle Aufgaben auf einer einzigen Frau. Das ist ein enormer Druck.

Wo kommt das Einkommen her?
Die Mosuo sind ziemlich autark und gut beschützt vor äußeren Einflüssen. Sie leben vom Fischfang und haben fruchtbares Land. Es gibt zwar Handys und Fernseher, aber es herrscht eine vorindustrielle Wirtschaftsweise.

Und wie sieht es mit der romantischen Liebe aus?
Die stärkste Bindung, die lebenslang hält, besteht zur Familie. Damit haben sie eine Zweierbeziehung nicht so nötig. Menschen verlieben sich schon, leben aber nicht zusammen. Die Frau lädt einen Mann ein, er bleibt über Nacht und kehrt am nächsten Tag zum Hof seiner Mutter zurück. Solche Beziehungen wechseln häufiger, können nur eine Nacht, ein paar Wochen oder Jahre dauern, aber sie sind nicht wichtig. Sex muss nicht als Ersatz für Zärtlichkeit und Berührung herhalten, denn die haben die Frauen in ihrem Familienverband immer.

Haben Sie keine Liebesdramen erlebt?
Nein, das Glück hängt ja nicht von einem einzigen Menschen ab. Wenn sich eine Frau mal zu sehr nach einem Mann sehnt oder traurig ist, weil er nicht mehr kommt, wird sie von der Familie aufgefangen. Es gibt auch keine Eifersucht. Bei uns basiert die Familie auf der erotischen Paarbeziehung. Bei den Mosuo passiert Sexualität außerhalb der Familie, deswegen kommt auch kein Missbrauch vor.

Väter existieren nicht?
Kinder kennen nur den Mutterbruder, der sich mit um sie kümmert. Der Mann als Liebhaber zeugt zwar das Kind, aber er hat keine unmittelbare Bindung zu ihm und keinen Erzeugerstolz.

Chinesische Männer, die von außerhalb kommen, glauben, dass sie bei den Mosuo leicht unverbindlichen Sex haben können. Wird die Kultur durch diese Sextouristen gefährdet?
Im Internet und einschlägigen Zeitungen ist viel Falsches geschrieben worden, solche Männer, die trinken und grob sind, haben keinen Erfolg. Mosuo-Frauen sind sehr wählerisch und finden nicht die dominanten, abenteuerlustigen Typen attraktiv, sondern Männer, die charmant sind, sie unterstützen, gut aussehen und gute Sänger und Tänzer sind.

Und was machen Männer mit ihrem Testosteron?
Sie leben es mit Humor aus. Männer müssen ja ihre Kräfte messen, das machen sie auf spielerische Art, zum Beispiel bei Bootswettkämpfen. Auch wenn sie provoziert werden, reagieren sie nur verbal schlagfertig, sie haben es nicht nötig, einen Kampf anzufangen.

Sie haben Matriarchate in vielen Teilen der Welt aufgespürt. Was glauben Sie, warum gibt es nur so wenige?
Ich denke, dass alle urzeitlichen Gesellschaften matriarchalisch organisiert waren. Die Dominanz der Männer ist nicht entwicklungsgeschichtlich angelegt. Es gibt die These von einer Naturkatastrophe, die einen großen Ressourcenmangel verursachte. Um zu überleben, haben sich Horden gebildet, die friedliche Stämme überfallen und beraubt haben. So hat sich das auf Gewalt basierende Prinzip durchgesetzt. Heute ist der Mangel programmiert, zum einen materiell, weil einige wenige alles horten. Zum anderen emotional, durch die vielen Termine und den Druck, den Mütter erleben und auf die Kinder übertragen. Wir geben ihnen Konsumgüter zum Abspeisen, statt sie zu umfangen.

Es gibt auch Naturvölker, die im Einklang mit der Natur und ohne Besitzanhäufung leben, die keine Matriarchate sind. Hängt diese ganzheitliche Lebensweise nicht stärker von den Produktionsbedingungen als von den Geschlechterverhältnissen ab?
Nein, in patriarchalischen Strukturen herrscht immer auch eine gewisse Strenge und Unterdrückung, bedingt durch männliche Dominanz.

Haben Sie die als Kind auch erlebt oder wie sind Sie aufgewachsen?
Mein Vater war ein klassischer Nachkriegsmann, wir hatten Angst vor seinem Jähzorn. Meine Mutter war eine sinnesfreudige Frau, sie hat nicht zu viel eingegriffen und mir vertraut. Sie wollte, dass ich wie sie Lehrerin werde, was Sicheres mache. Ich habe Soziologie und Pädagogik studiert, auch das zweite Staatsexamen abgelegt. Danach habe ich mich aber lieber aufs Filmen konzentriert.

Seit den 70er Jahren haben Sie sich in Frankfurt für die Frauenbewegung engagiert. Sind Sie mit den Ergebnissen zufrieden?
Die Frauenbewegung ist ja noch lange nicht am Ende, sie ist weltweit die größte soziale Bewegung überhaupt. Im Sinne des Gleichheitsfeminismus hat sie viel erreicht. Frauen haben Zugang zu fast allen Institutionen, sie sind präsent, das ist schon mal gut. Aber wir wollen ja die Institutionen nicht lassen wie sie sind, so entfremdet, unterdrückerisch und hierarchisch. Sie müssen weiblicher werden.

Beim Thema Emanzipation geht es derzeit hauptsächlich um Chancen in Führungspositionen, Quoten und bessere Kinderbetreuung. Was halten Sie von solchen Forderungen?
Frauen müssten eigentlich mit mehr als 50 Prozent in allen Schlüsselpositionen sein, sie vertreten ja auch die Kinder. Aber wenn die Strukturen bleiben, haben wir gar nichts gewonnen, dann wird sich nichts ändern, die Ausbeutung der Erde wird weitergehen. Ich bin auch nicht dafür, dass wir Kinder bekommen und sie dann den ganzen Tag in Krippen strecken. Kinderbetreuung muss zu Hause geschehen, allerdings in einem Kollektiv, damit sich immer jemand kümmern kann. Eine einzige Frau wird nie genug geben können. Das habe ich von den Mosuo gelernt.

Eine vorindustrielle Kultur kann doch kein Modell für unsere Gesellschaft sein.
Warum nicht? Grund und Boden gehören in Mütterhand, das Männliche muss zurückgehalten werden. Da müssen wir uns was ausdenken.

Was meinen Sie damit?
Ich spreche von fehlgeleiteter zerstörerischer Männlichkeit, die Krieg verursacht, Aggressionen, Missbrauch, Sexismus, übertriebenen Wettbewerb mit allen negativen Folgen der Wachstumsgesellschaft. Für die Ausgebrannten werden immer mehr Heiler gebraucht, und so geht das immer weiter. Frauen müssen den Männern auf die Finger schauen und sie zu Hause einsperren, wenn sie Krieg machen wollen, das hat schon Erich Kästner vorgeschlagen.

Im Moment führen bei uns Frauen, eine Bundeskanzlerin und eine Verteidigungsministerin, Krieg in Syrien. Wie erklären Sie das?
Sie haben das mütterliche Prinzip auf ihrem Weg nach oben aufgegeben und die männlich-patriarchalen Strukturen verinnerlicht. Solche Frauen meine ich nicht. Ich kenne kein Matriarchat, das jemals einen Krieg angefangen hat.

Sie betreiben Studien, ein Archiv und eine Vernetzung der noch existierenden Matriarchate. Wie viele haben Sie erfasst?
Weltweit sind es etwa 200, acht davon habe ich besucht. Der Wunsch, mehr über solche Kulturen zu erfahren, wird bei uns immer größer. Als ich vor zwanzig Jahren anfing, Filme über Matriarchate zu machen, hatten Männer Angst und glaubten, wir wollen das Patriarchat umkehren. Oder sie machten sich lustig. Wenn ich damals Fernsehredakteuren das Thema anbot, haben sie abgewinkt mit der Bemerkung: „Das hab‘ ich doch schon zu Hause“.

Inzwischen werden Sie ernst genommen. Für ihr Lebenswerk haben Sie den Elisabeth-Selbert-Preis des Landes Hessen bekommen. Werten Sie das auch als gutes Zeichen für das Matriarchat?
Ja, die Abwehr ist weg. Männer sind aufgeschlossener, weil die Krisen des Systems immer offensichtlicher werden und viele nach Alternativen suchen. Es gibt immer mehr Initiativen in dieser Richtung, ob Urban Gardening, Wohnprojekte, Tauschringe oder Ökodörfer. Das ist gut, wir sollten uns nicht mit Forderungen an die Politik aufhalten, sondern diese Dinge einfach machen. Das geht nur in Gruppen und wir brauchen dazu keine Ideologie.

Sie haben lange mit einem Mann gelebt und gearbeitet, die Beziehung hielt nicht. Wie sieht heute Ihr privates Matriarchat aus?
Die Frauen meiner Familie leben zusammen in unserem gemeinsamen Haus am Stadtrand, meine Schwester, meine Nichte mit ihrer Tochter, die wir gemeinsam groß gezogen haben, und bis zu ihrem Tod auch meine Mutter. Die Frauen halten das Haus zusammen. Das funktioniert seit 13 Jahren sehr gut. Ich bin die kleine Mutter, so heißt die Tante bei den Mosuo.

Die klassische Familie, Mutter, Vater, Kind, geht oft in die Brüche. Es gibt immer mehr alleinerziehende Mütter mit Söhnen, die nicht von zu Hause ausziehen wollen. Sehen Sie das auch als Schritt in Richtung Matriarchat?
Na ja, Muttersöhne sind im Matriarchat keine verwöhnten, bedienten Prinzen, sondern Jungen, die ihrer Mutter aus Liebe sehr viel helfen. Nur eine Mutter mit einem Sohn als Kleinfamilie finde ich viel zu wenig, da kann das Kind kein soziales Verhalten lernen. Es ist auch nicht gesund, dass sich der mütterliche Trieb des Verwöhnens und Umsorgens voll auf ein Kind konzentriert.

Ihre nächste Reise führt sie zu Dreharbeiten in ein Matriarchat in Westsumatra in Indonesien, zu den Minangkabau, die Muslime sind. Wie passt das zusammen?
Dieses Volk ist dafür berühmt, dass es eine Balance halten und den Islam in die Schranken weisen kann. Der Islam musste sich ihrem Mutterrecht fügen. Das ist ein Bravourstück, das zeigt, was möglich ist, wenn die matriarchale Kraft stark genug ist. Frauen verfügen dort über Grund und Boden, halten Wirtschaft und Bildung in den Händen. Wenn sie heiraten, kommt der Mann ins Mutterhaus, das heißt die Frau behält den Schutz ihres Clans. Die Minangkabau erfüllen damit alle Kriterien eines Matriarchats und sie sind eine große Gruppe von fast sieben Millionen Menschen, die auch in Städten leben.

Der Islam unter weiblicher Kontrolle, das klingt nach einem neuen spannenden Film.
Ja, ich hoffe sehr, dass sich diese matriarchalen Traditionen trotz Erstarken des Islams halten können.

http://www.fr-online.de/frankfurt/filmemacherin-muetterliches-prinzip-ist-besser,1472798,33052018.html

Interview: Regine Seipel