Der Göttinnen-Mord

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Die Eliminierung der Muttergöttin aus den patriarchalen Religionen wird im kollektiven Unterbewusstsein als Muttermord gespeichert. (Zum Mutter-Göttinnen-Mord s. auch DW 2009, S. 267)
Dieses Verbrechen hinterließ Trauer und Wut, was noch immer Ausbrüche von Hass in Form von Antisemitismus und Islamophobie erzeugt. Das Christentum konnte die Menschen einigermassen beschwichtigen und die Rache für das Verbot der Verehrung der Göttin abwenden, indem Maria zur Mutter Jesu und zur Gottesmutter gemacht wurde.

Der Vernichtungskampf der Eroberer gegen die Göttin wird bis heute von der Wissenschaft und den Religionen verschwiegen und verdrängt; doch verbrecherische Geheimnisse wirken nachhaltig zerstörerisch.

Das Vertuschen und Verheimlichen der Tragödie des Mutter-Göttinnen-Mordes verstärkt die Traumatisierung und erzeugt immer neue Gewalt.

Es ist eine Illusion zu glauben, dass sich auf der Basis des finsteren Geheimnisses des Muttermordes, religiös verbrämter Machtgier und einem Verbrechen auf der religiös-spirituellen Ebene eine neue Religion und eine friedliche Gesellschaft konstituieren lässt.

Das Aufdecken des bösen Geheimnisses bringt dagegen Licht und Erleichterung. Damals galt der Kampf nicht nur der Verehrung der Göttin, sondern der Vernichtung der gesamten matriarchalen Welt. Gläubige Menschen wurden ihrer Mutter-Göttin beraubt; durch Muttermord wurden sie spirituell zu mutterlosen Kindern.

Jedoch: »Der Verlust transzendenter Mütterlichkeit ist für die Psyche des modernen Menschen katastrophal.« (Weiler 1984, S. 92)

Das primäre Feindbild des herrschenden Patriarchats ist weiblich

Der Schweizer Rechtshistoriker, Altertumsforscher und Anthropologe Johann Jakob Bachofen holte mit seinem Werk ›Das Mutterrecht‹ die verdrängte Geschichte des Matriarchats 1861wieder ans Licht und erschütterte mit seiner Theorie das patri­ar­chale Selbstbewusstseins.

Es wurde zur Basis der Matriarchatsforschung, welche Frauen in den 1970er Jahren durch die Erforschung der urgeschichtli­chen Kulturen aufnahmen.

Der Begriff ›Matriarchat‹ wird seither von konservativer Seite bekämpft und mit ne­gati­ven, ja diffamierenden Inhal­ten gefüllt.

Gerne wird von patriarchalen Wissenschaftlern das ab­schreckende Bild ei­ner hy­sterischen Weiberherr­schaft an die Wand gemalt, in welcher der Mann von der Frau unterdrückt worden sein soll.

Patriarchale Gesinnung, überhebliches Verhalten, Dominanz und Unterdrückung werden so zur eigenen Rechtfer­tigung auf die Frau­en rückprojiziert; phantasiert wird eine frauenzentrierte Gesell­schaft mit umge­kehrten Vorzeichen; »ein Patri­archat mit ei­nem M am An­fang« (Mary Daly).

Dazu schreibt Erich Fromm: »Es war Johann Jakob Bachofen, Professor des Römischen Rechts in Basel, der die erste große Bresche schlug in die naiven Vorstellungen von der Natürlichkeit der patriarchalischen Gesellschaft, von der Selbstverständlichkeit der Überlegenheit des Mannes über die Frau.

Mit genialem Blick, großem Scharfsinn und außerordentlichen Kenntnissen stieg er hinab und zerriss den Schleier, den patriarchalischer Geist über große und wichtige Teile menschlicher Geschichte gelegt hatte und enthüllte das Bild gänzlich anderer Gesellschaftsformen und Kulturen, in denen die Frau die Herrschaft führte, in denen sie Königin, Priesterin, Führerin war, Gesellschaften, in denen nur die Abstammung von der Mutter zählte und der Vater seinem Kind ein Blutsfremder war.

Er glaubte erkannt zu haben, dass das Matriarchat den Anfang aller menschlichen Entwicklung darstellt und dass erst in einem langen historischen Prozess das Vaterrecht, die männliche Vorherrschaft, sich durchsetzte. Gewiss hat sich Bachofen in einer Reihe von einzelnen Aufstellungen geirrt, so sicher wie ihm die neueren ethnologischen Forschungen eine Unzahl von Bestätigung gegeben hätten.

Das Entscheidende aber hatte er gesehen und dem Verständnis der triebhaften Grundlagen des gesellschaftlichen Lebens, der Unterschiede zwischen männlichem und weiblichem Wesen, der Bedeutung der Symbole neue und fruchtbare Wege gewiesen.« (Erich Fromm 1994, S. 68)

»Besonders die sogenannt gebildeten Schichten sind anfällig für die Illusion des Informiertseins. Diese Schichten sind aus naheliegenden Gründen in besonderem Grade durch die jeweils herrschende Ideologie indoktriniert ­– das war im Nationalsozialismus nicht anders als heute; sie sind durch ihre schweigende Duldung ein wichtiges Stabilisierungselement der jeweils herrschenden Ideologien. (Rainer Mausfeld) 

Aus „Es reicht – 5000 Jahre Patriarchat sind genug“ (in Arbeit) von Doris Wolf

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Wie in Arabien wurde auch das Volk von Kanaan zur Verehrung des patriarchalen Gottes gezwungen

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Siehst Du nicht, was sie in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems treiben? Die Kinder sammeln Holz, die Väter zünden das Feuer an, und die Frauen kneten den Teig, um Opferkuchen für die Himmelskönigin zu backen. Andern Göttern spendet man Trankopfer, um mir weh zu tun‹, jammert Jeremia (Jer. 7,17-18)

Am Beispiel der Klage des jahwistischen Propheten zu Beginn des 6. Jahrhunderts v.u.Z. können wir die Verfolgung und den Kampf gegen den matriarchalen Glauben und den Versuch die Große Göttin zu eliminieren, beobachten. Jeremia versuchte vergeblich, das Volk zur Anbetung Jahwes zu zwingen. Zweieinhalbtausend Jahre nach der beginnenden Patriarchalisierung der eroberten Länder des Fruchtbaren Halbmondes hatte sich der Ein-Gott-Glaube noch keineswegs durchgesetzt.
Auch Jeremia scheiterte; das Volk rebellierte, besonders die Frauen, obwohl Jeremia drohte, Jahwe werde das untreue Volk töten. Dem Propheten des Herrn war die weibliche Begeisterung für die Göttin unerträglich. Mit den schlimmsten Verwünschungen bis hin zu Ausrottungsdrohungen im Namen des Herrn versuchte er sie von ihren kultischen Feiern fern zu halten. Schließlich war Jahwe der Herr nach eigenem Bekunden ein eifersüchtiger Gott, der allein verehrt werden wollte und alle anderen spirituellen Regungen und Äußerungen immer wieder auszurotten befahl. Die Frauen ließen sich von solchen Drohungen jedoch nicht beeindrucken. Sie waren nicht bereit, sich ihr Recht auf ein eigenes Verständnis von Spiritualität streitig machen zu  lassen und gingen in Opposition. Erinnerungen waren in ihnen aufgestiegen und sie gedachten jener Zeiten, als man sie noch nicht gezwungen hatte, den patriarchalen Männergott kultisch zu verehren. Diese Zeit beschrieben die jüdischen Frauen wie folgt:

Damals – als ›wir und unsere Väter, unsere Könige und unsere Vorgesetzten… in den Städten Judas und in den Straßen Jerusalems der Himmelskönigin Rauchopfer darbrachten und ihr Trankopfer ausgossen, hatten wir Brot genug und es ging uns wohl und wir sahen kein Unglück. Seit der Zeit aber, da wir abgelassen haben, der Himmelskönigin zu räuchern und Trankopfer darzubringen, haben wir allen Mangel gelitten und sind durch Schwert und Hunger umgekommen. Auch wenn wir der Himmelskönigin räuchern und opfern, tun wir das ja nicht ohne unsere Männer, dass wir ihr Kuchen mit ihrem Bilde machen, auf dass sie sich um uns bekümmere‹.« (Jer. 44. 17-19)

Die ausschließlich von aggressiven patriarchalen Männern geschriebenen, redigierten und umgeschriebenen Texte der Bibel und die bis vor wenigen Jahrzehnten ebenfalls ausschließlich von Männern geschriebene, bzw. ausgelegte Menschheitsgeschichte enthalten »weniger als die Hälfte der Wirklichkeit«. Die matriarchale Religion und die Geschichte der Frauen und deren Beitrag zur Kultur kommen darin kaum je vor. »Von daher stellt sich die Frage, was Geschichtsschreibung vom Mythos unter­scheidet.« (Weiler 1989, S. 105)
Diese Frage stellt sich auch für die Bibel: »Beides – der Mythos ebenso wie das theologische Geschichtsverständnis des alten Israel – gehört der theologischen Spekulation an. Mythos und alttestamentliche Geschichte sind vom Dogma des levitischen [indoeuropäisch luwitischen] Glaubens geprägt. Die einseitige jüdische Weltsicht legt ihre enge Klammer um die lebendige, urwüchsige Kultur Israels, mit der Absicht, die sanfte, matriarchale El-Religion der Nordvölker zu jahwisieren.« (Weiler 1984, S. 114). Gerda Weiler, eine der bedeutendsten Matriarchatsforscherinnen erforschte die Spuren des Matriarchats, die in der Bibel zu entdecken sind. Der von ihr sorgfältig untersuchte Themenkreis erschien 
1984 unter dem Titel: ›Ich verwerfe im Lande die Kriege – Das verborgene Matriarchat im Alten Testament‹; dem folgte 1989 ›Das Matriarchat im Alten Israel‹. Sie schreibt: »Die Bibel ist eine Fundgrube für die Wiederentdeckung der matriarchalen Ursprungsgeschichte der Menschheit. Das Alte Testament lehrt uns, wie ein Volk sich von seinen matriarchalen Wurzeln abschneidet.« Gerda Weiler deckt den Kampf gegen das ursprüngliche Matriarchat, die Göttinnen-Verehrung und das Umschreiben der ursprünglich matriarchalen Texte durch jüdische Exegeten auf; was ihr den Vorwurf des Antisemitismus einbrachte. Das erstaunt nicht – denn nur die patriarchale Exegese der Bibel ist als Erklärung zugelassen und außerdem herrscht ein Schweigegebot für Frauen. »In der altorientalischen Gesellschaft – so auch im orthodoxen Judentum – war es unüblich, dass Frauen sich in politischen Belangen oder in Glaubensfragen in der Öffentlichkeit äußern konnten. Deshalb verwundert auch die Auffassung des zeitlebens unverheirateten Apostels Paulus nicht, dass die Frauen in der jüdisch-christlich geprägten Gemeinde schweigen sollen (›paulinisches Schweigegebot‹: 1. Korintherbrief 14,33).« (Wikipedia). Das ist bis heute so und auch in der katholischen Kirche nicht anders und schon gar nicht im Islam. Andere Deutungen als die vom Patriarchat zugelassenen sind tabu – diesem Tabu unterliegen vor allem die Forschungsansätze von Frauen. Das Tabu zu durchbrechen ist gewagt. Die Frauen, die sich dem Christentum widersetzten, wurden als Hexen verbrannt; wer sich eine kritische Beurteilung der alten oder neuen Geschichte Israels erlaubt, wird mit dem Totschlagargument ›antisemitisch‹ zum Schweigen gebracht und schon die leiseste Kritik am Islam kann mit dem Tod geahndet werden.

»Heute verleugnet Israel seinen Mutterschoß – religionsgeschichtlich und stammesgeschichtlich – es verdrängt seinen Ursprung und beraubt sich seiner Wurzeln – es war ›von Anfang an patriarchal‹! Mit der matriarchalen Welt ist das ganzheitliche Bewusstsein verloren gegangen, sind gesellschaftliche Werte vernichtet worden, aus denen – stünden sie uns zur Verfügung – die heutige Menschheit die Kräfte zum Überleben schöpfen könnte.« (Weiler 1984, S. 59)

Wie in den westlichen Ländern setzten in Israel und Arabien fundamentalistische, autoritäre Männer alles daran, die matriarchale Zeit zu verdrängen und die brutale Eliminierung der Göttinnen-Verehrung zu verschleiern. Heute ist »gegen den Widerstand strenggläubiger Juden in Palästina eine rege Ausgrabungstätigkeit im Gang. Man müsse dem heiligen Boden die gebührende Ruhe lassen, argumentieren die Rabbiner. Sie, die ihre Bibel am besten kennen, werden sehr wohl wissen, was die heilige Erde birgt: Den Beweis der matriarchalen Tradition des jüdischen Volkes« (Weiler, 1984, S. 74). Ähnliches passiert in Saudi-Arabien (s. www. DW ›Das Matriarchat in Arabien‹)

Aus „Es reicht – 5000 Jahre Patriarchat sind genug“ (in Arbeit)

von Doris Wolf

Memo to New York State Senators: Commercial Surrogacy Undermines the Child-Parent Relationship

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by Jennifer Lahl, Center for Bioethics and Culture President


With a Democratic majority in both the New York Senate and Assembly, along with a Democratic Governor, victory for the surrogacy industry is within reach. A bill that would make commercial surrogacy contracts legal and enforceable in the Empire State has been slipped into the state’s 2019 budget, buried deep on page 392.


smiling baby

On November 9, 1980, Elizabeth Kane (a pseudonym) gave birth to a baby boy, in the first legal traditional surrogate contract pregnancy in the United States. Kane went on to write a book in which she laments her decision to be a surrogate mother.

Until the mid-1980s, surrogacy was uncommon, and there were few laws, if any, governing its practice. It wasn’t until the infamous Mary Beth Whitehead/ Baby M surrogacy case that states began studying surrogacy and passing laws to prohibit it or regulate it. In 1986, in the wake of that case, then-Governor Mario Cuomo called for the New York State Task Force on Life and Law to study surrogacy. The Task Force deliberated for a year before issuing its report and recommendations. The 1988 report analyzed surrogate parenting, “explored relevant family law principles, available data about infertility, the constitutional rights of the parties involved, and information about the practice in New York and nationally.” The New York State Department of Health website reports that

The Task Force unanimously recommended that public policy should prohibit commercial surrogate parenting. The members concluded that the practice could not be distinguished from the sale of children and that it placed children at significant risk of harm. They also agreed that surrogacy undermines the dignity of women, children, and human reproduction. The Task Force rejected the notion that rights as fundamental as the right of a parent to a relationship with his or her child should be bought and sold or waived irrevocably in advance of the child’s birth.

Legislation based on the Task Force’s proposal was enacted in 1992. The legislation embraces existing family law principles, rather than contract law, as the touchstone for public policy on surrogate parenting. As recommended by the Task Force, the law declares surrogacy contracts void in New York, and bans the payment of fees to women who serve as surrogates and to individuals who act as brokers for the arrangements. The law does not, however, bar surrogate arrangements that are voluntary and non-commercial; consistent with existing New York adoption law, a woman can voluntarily relinquish her child after birth. Under the legislation, the intended parents can reimburse the birth mother for reasonable medical expenses arising from pregnancy and childbirth but cannot pay her for relinquishing the child.

The Task Force’s recommendation led to legislation in New York that made commercial surrogacy contracts illegal in the state and those who violate the law subject to fines. Altruistic surrogacy is legal in New York, but the contracts are not enforceable. Currently, if an altruistic surrogacy arrangement happens in New York resulting in the birth of a child, the birth mother can only relinquish the child after its birth, and the intended parents must go through legal adoption proceedings to become the child’s legal parents.

As the old saying goes, “if it’s not broken, don’t fix it.” But that was then, and this is now.

The Child-Parent Security Act

In 2015, State Senator Brad Hoylman and his Assembly co-sponsor, Amy Paulin, introduced new legislation entitled “The Child-Parent Security Act,” which will legalize commercial gestational surrogacy contracts and allow the judgment of parentage to be issued before the child is even born. The intended parents and the surrogate do not even have to be New York residents, as long as the child is born in New York. This bill will allow anyone living anywhere in the world to commission a baby in the state, either by hiring a surrogate in New York, or by flying a surrogate in from any other state or country to give birth in the state.

This is opening the door wide to making New York State a reproductive destination spot. If it passes, in no time at all the #BigFertility industry will be setting up shop all over the state.

Hoylman has repeatedly complained that he had to go to California to have his two daughters through commercial surrogacy, since California is a very surrogacy-friendly state. He wants to change New York’s law so that people are not inconvenienced by having to travel out of state in order to contract with a surrogate mother.

Paulin has her own history of struggling with infertility; this has led her to have sympathy for other couples like her, and for gay men who use surrogacy in order to have a half-biological child. Gay men overwhelmingly use “donor” eggs; hence the push to change New York law to allow for gestational surrogacy, in which the birth mother provides the womb but not the egg. Egg “donors” are compensated, unlike organ donors. This new law legalizes the commercial egg trade, too, while never once mentioning the health risks to women who contribute their eggs or their wombs. It does not offer them any sort of protection against damage done to their health and well-being.

Until now, the Child-Parent Security Act has not come up for a vote, even though it has been reintroduced year after year. Hoylman said the reason for the bill’s stalling all these years has been the lack of public education and awareness of surrogacy. He claims that “science has evolved to the point a surrogate can carry a child not genetically connected to her, and it clears up ethical concerns.” Even with twelve co-sponsors of the bill and the support of the New York Chapter of the National Organization for Women (NOW), the bill has stalled because before 2019, the Senate was controlled by the GOP and did not have the votes to pass the bill.

As I said, that was then, and this is now. Now there is a Democratic majority in both the New York Senate and Assembly and, of course, a Democratic Governor. Victory is within reach to make commercial surrogacy contracts legal and enforceable in the Empire State: the bill has been slipped into the 2019 state budget, buried deep on page 392.

What We Know Now

Hoylman asserts that “science has evolved,” and Sonia Ossorio, President of NOW New York agrees, saying, “So much has changed since Baby M.” In fact, the statement by NOW of New York City opens by saying,

Existing New York law, which bans enforceable surrogacy arrangements, is premised upon old medical technology—when the surrogate was the genetic mother of the child. While this ban may have been appropriate at the time, a lot has changed since the law passed in 1992. Now people are building their families through the common and widely accepted practice of gestational surrogacy, where the carrier has no genetic connection to the child.

Yes, so much has changed with the science of surrogacy and assisted reproduction. Here is what we know now in 2019 that we did not know in 1992, when the existing law was passed.

From a December 2017 article in the prestigious academic journal Fertility and Sterilitywe learn about the health risks to babies born through surrogacy:

[N]eonates born from commissioned embryos (embryos made from IVF) and carried by gestational surrogates (women who have no genetic relationship to the embryo) have increased incidences of preterm birth, low birth weight babies, maternal gestational diabetes, hypertension, and placenta previa, compared with the live births conceived spontaneously and carried by the same woman. These pregnancies are also more likely to end in cesarean section rather than vaginal birth (which equates to more risks to both surrogate and baby).

Need more evidence of the evolving science around surrogacy? Dr. Allen Merritt, a perinatologist at Loma Linda Medical Center published a snapshot of the medical outcomes of the surrogate deliveries that took place at his Medical Center in 2012 and 2013.

RESULTS: Analysis of sixty-nine infants delivered from both gestational and traditional surrogate women found an increase in multiple births, NICU admission, and length of stay, with hospital charges several multiples beyond that of a term infant conceived naturally and provided care in our nursery. Among singletons and twins, (per infant) hospital charges were increased 26 times (P < 0.001) and in triplets charges were increased 173 times (P < 0.0001) when compared to a term infant provided care in a normal nursery at our center.

CONCLUSION: Maternity costs for surrogates exceed those of women who conceive naturally, and these costs are especially magnified in women with triplets and multiple births.

So, if we want to keep up with science and truly recognize that “so much has changed,” how can we ignore these data? How can we push forward with a bill that legalizes a practice that, as the task force put it, “undermines the dignity of women, children, and human reproduction”?

So much has also changed in how we view women in a post #MeToo, #IBelieveHer, and #TimesUp era. By now, we should all know better than to think of or refer to women as objects, commodities, or carriers. How dehumanizing is it to see a large feminist organization like NOW referring to women as carriers, as if we are robots. One surrogacy lawyer, Diane Hinson, even claims that these “carriers” do not bond with the baby that they nurture, protect, and grow within their bodies for nine long months. Instead, “the gestational carrier bonds to the parents, and that’s what we want to have happen. That’s the key—that it’s somebody else’s child. These women, they just renew your faith in womankind.”

I ask you, Governor Cuomo, Senator Hoylman, and Assemblywoman Paulin: Is the “Child-Parent Security Act” really about the security of the child and the parent? Or is it about the wealthy—those who have the means to purchase children and who believe that they have a right to a child, a right to put women and children in harm’s way, and a right to undermine the dignity of others?

Originally posted on Public Discourse

„Wer hat eigentlich verdient, gut zu leben?“

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Die Theologin Ina Praetorius stört es, wenn die Arbeit eines Waffenherstellers besser bezahlt wird als die einer Mutter. Sie fordert mehr Wertschätzung für Care-Arbeit. Interview: Juli Katz und Wlada Kolosowa 11. Februar 2019, 18:30 Uhr 340 Kommentare

Care-Arbeit: Ein Kind bringt viel Glück, aber auch viel Arbeit. Laut dem Statistischen Bundesamt verbringen Menschen ohne Kinder im Schnitt 48 Stunden mit Arbeiten im Beruf und im Haushalt – Eltern mehr als 58 Stunden.
Ein Kind bringt viel Glück, aber auch viel Arbeit. Laut dem Statistischen Bundesamt verbringen Menschen ohne Kinder im Schnitt 48 Stunden mit Arbeiten im Beruf und im Haushalt – Eltern mehr als 58 Stunden.
© Julie Johnson/unsplash.com

Kinder schreien, in der Spüle türmen sich Teller, und auch wenn man 40 Grad Fieber hat, bringt niemand ein Glas Wasser. Eine Gesellschaft, in der sich keiner um andere kümmert, würde nicht funktionieren. Unbezahlte Fürsorgearbeiten zu Hause oder in der Familie – auch Care-Arbeit genannt – verrichten zum großen Teil Frauen. Sie leisten 52,4 Prozent mehr unbezahlte Care-Tätigkeiten als Männer – also täglich eine Stunde und 27 Minuten mehr. Das steht in dem letzten „Gleichstellungsbericht“ der Bundesregierung. Für die Politik und die Wirtschaft bleibt diese Arbeit aber oft unsichtbar. Ina Praetorius setzt sich mit ihrem Verein Wirtschaft ist Care dafür ein, dass sich dies ändert.

ZEIT ONLINE: Frau Praetorius, Sie fordern unter anderem, dass volkswirtschaftliche Berechnungen nicht nur Waren und Dienstleistungen miteinbeziehen, sondern auch unbezahlte Care-Arbeit wie Kindererziehung oder Einkaufen für die Familie. Viele würden das als Privatsache sehen.

Ina Praetorius: Ob ich Kinder in die Welt setze oder wie ich meiner Familie helfe, ist zwar eine persönliche Entscheidung. Aber als Gesellschaft sind wir davon abhängig, dass Menschen füreinander sorgen und es Nachwuchs gibt. Wir alle sind auf Care-Arbeit angewiesen: Als Kinder würden wir ohne die schlaflosen Nächte unserer Eltern nicht überleben. Die meisten Erwachsenen brauchen nahe Menschen, die ihnen ein gutes Wort zusprechen. Und die wenigsten von uns lagern die gesamte Hausarbeit an Dienstleister aus: Kochen, Putzen, Sorgenanhören – das alles ist Arbeit, auch wenn sie nicht vergütet wird. In allen Ländern der Welt wird mehr unbezahlt als bezahlt gearbeitet – in Deutschland etwa ein Drittel mehr an Stunden. Herkömmliche Wirtschaft tut aber so, als kämen Menschen als Erwachsene auf die Welt, die von ihrem ersten bis zum letzten Tag an Geld verdienen und ausgeben – und nie eine selbst gekochte Mahlzeit oder eine Umarmung brauchen.

Care-Arbeit: Ina Praetorius, geboren 1956, ist Theologin und Ethikerin. Seit vielen Jahren fordert sie einen neuen gesellschaftlichen Ansatz: Jede Arbeit, die der Gesellschaft nützt, muss anerkannt werden – egal ob sie bezahlt wird oder nicht. 2015 gründete sie in der Schweiz den Verein Wirtschaft ist Care.
Ina Praetorius, geboren 1956, ist Theologin und Ethikerin. Seit vielen Jahren fordert sie einen neuen gesellschaftlichen Ansatz: Jede Arbeit, die der Gesellschaft nützt, muss anerkannt werden – egal ob sie bezahlt wird oder nicht. 2015 gründete sie in der Schweiz den Verein Wirtschaft ist Care. © Katja Nideröst

ZEIT ONLINE: Das Statistische Bundesamt rechnete 2013 aus: Würde man die Zeit, die Menschen in Deutschland zum Beispiel mit Kochen oder Kinderhüten verbringen, mit dem Stundenlohn einer Haushaltshilfe vergüten, dann wäre diese Arbeit hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung eine Billion Euro wert.

Praetorius: Berechnungen, die unbezahlte Arbeit fiktiv mit dem Haushälterinnenlohn ansetzen, sind zu niedrig. Die Menschen putzen und kochen ja nicht nur zu Hause, sondern machen zum Beispiel auch die Arbeit eines Chauffeurs oder einer Lehrerin, wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen oder Hausaufgaben mit ihnen machen. Es gibt auch Ansätze, die damit rechnen, was für ein Lohn jemandem entgeht, der statt im Büro im Haushalt arbeitet. Eine hochqualifizierte Anwältin, die bei den Kindern bleibt, verzichtet schließlich auf das Gehalt, das sie in der Kanzlei verdienen würde. 

ZEIT ONLINE: Warum sollte eine Anwältin mehr verdienen, wenn sie kocht, als eine Postbotin?

Praetorius: Das sind alles nur fiktive Ansätze. Uns geht es nicht darum, dass jede und jeder fürs Spülen und Trösten bezahlt wird. Das wäre praktisch kaum machbar. Aber wir wollen, dass mehr Menschen die Dimensionen der Care-Arbeit verstehen. Ich treffe immer wieder Frauen, die sagen: Ich mache nichts, ich bin nur Hausfrau. Aber sie liegen ja nicht auf dem Sofa, sondern kümmern sich um emotionale und körperliche Bedürfnisse anderer Menschen. Und solange diese Frauen selbst das Gefühl haben, sie würden keine echte Arbeit verrichten, kämpfen sie auch nicht dafür, dass ihre Arbeit gesellschaftlich wertgeschätzt wird.

ZEIT ONLINE: Ihre Beispiele beziehen sich oft auf Frauen. Ist Care-Arbeit ein Frauenthema?

Praetorius: Nein, es ist eine Frage des Menschenbildes: Welche Arbeit ist eigentlich wichtig? Mich stört es, dass wir momentan einen Finanzberater oder einen Waffenproduzenten besser honorieren als einen Menschen, der tatsächlich einen Wert für die Gesellschaft erzeugt, also zum Beispiel gesunde Kinder großzieht oder alte Leute versorgt. Ein Frauenthema ist Care-Arbeit nur deshalb, weil sie als weiblich gilt – und Frauen nach wie vor häufiger und mehr Care-Arbeit verrichten als Männer.

ZEIT ONLINE: Frauen leisten anderthalbmal mehr unbezahlte Arbeit, fand das Statistische Bundesamt heraus. Gleichzeitig bekommen sie später nur halb so viel Rente wie Männer.

Praetorius: Das ist ein Unding. Menschen, die Arbeit für ihre Familie leisten, müssen im Alter gut abgesichert sein – und zwar vergleichbar mit Erwerbstätigen. Dass sie bis heute nicht richtig honoriert werden, ist abstrus, aber historisch erklärbar. Familie kommt etymologisch von famulus, und das heißt „der Diener“. Die Kinder und die Frau galten lange als Besitz des Mannes. Daher galt die Arbeit, die zu Hause geleistet wurde, nicht als eigenständige Arbeit.

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Patriarchale Religion und Gewalt

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Auffallend ist der Zusammenhang von Religion und Gewalt, die durch die christlich-patriarchale Erziehung verursacht wird. Der Kriminologe Christian Pfeiffer stellte durch seine Untersuchungen fest, dass Freikirchler bzw. Evangelikale am ehesten ihre Kinder züchtigen, als wollten sie den Kindern ›den Teufel austreiben‹.

»Schläge mit dem Teppichklopfer oder Ledergürtel in Familien und Schulen waren selbstverständlich. Der Schriftsteller Tilman R. (*1946) wurde regelmäßig von seinem Vater, einem evangelischen Pfarrer, gezüchtigt. Getreu dem alttestamentarischem Motto »Wer seine Rute schonet, der hasset seinen Sohn« wurde Tilman mit der Reitpeitsche blutig geschlagen und musste unmittelbar danach die Liebe zum Vater bekennen.

Bei Helga G. (*1940) schauten die Nachbarn weg, wenn ihre Mutter zuschlug. In ihrer Familie, die dem Nationalsozialismus, anhing, gehörten Prügel zum Alltag.« (Sternstunde SRF, 31.8.2014) Auch in der Schule wurden die Kinder geschlagen und bis in die 1970er-Jahre wurden Kinder und Jugendliche in katholischen Heimen misshandelt, erniedrigt, geschlagen, gefoltert und – bis heute – sexuell missbraucht.

Auch hier berief man sich auf die Bibel, wo man die sadistische Aufforderung findet, Kinder zu züchtigen. Angehörige von Religionsgemeinschaften sind deutlich ängstlicher als Konfessionslose.

Dabei spielt es keine Rolle, ob sie ihrem Glauben streng folgen oder nur einmal pro Jahr in der Kirche sitzen – sie haben deutlich höhere Angstwerte. Konfessionslose fürchten sich generell weniger – am ehesten ängstigen sie sich vor ökologischen Risiken.« Die Autorin des Artikels vom 1.5.2011 im Blick, Romina Lenzlinger, titelt: »Auweia! Die größten Angsthasen sitzen [in der Schweiz] in der SVP oder FDP – und sind religiös.«
Ihre Ängste versuchen Paranoiker gerne mit der Flucht in die Religionen zu beruhigen. Despoten, die sich ständig auf Gott berufen, scheinen besonders schlimmen Ängsten ausgesetzt zu sein, obwohl sie sich als Auserwählte ihres Gottes, der sie vor den bösen Feinden beschützt, doch gar nicht zu fürchten brauchten.

Nicht nur Gier, auch der Glaube frisst Hirn.

Religionen schläfern den Verstand der Menschen ein; sie träumen, hoffen und beten. Die patriarchalen Religionen lehren uns, die Männer seien Abbild Gottes; an ihnen zu zweifeln käme einer Gotteslästerung gleich. Alle patriarchalen Religionen haben – getrieben vom Hang nach narzisstischer Omnipotenz – ›gottgleiche‹ Despoten hervorgebracht, unter ihnen viele christliche Kleriker, z.B. Päpste, die zu den Kreuzzügen aufriefen und die unmenschlichen Machenschaften der brutalen Inquisitoren stützten.

Religiös verbrämt lässt sich jede Untat, jedes Verbrechen, jede Charakterlosigkeit, jede Unmenschlichkeit rechtfertigen, z.B. auch der Hass auf Frauen und ihre selbstbestimmte Sexualität, der Hass auf Homosexuelle, Juden, Muslime, Arme und Dunkelhäutige.

Selbst die auf Lügen begründeten mörderischen Kriege mit Hunderttausenden Kriegstoten und die barbarische Folterung von Gefangenen lassen sich damit als ›gerecht‹ durchsetzen und werden vom religiös indoktrinierten Volk, das nicht mehr fähig ist, selbständig und kritisch zu denken, akzeptiert und applaudiert!
D. Wolf aus „Es reicht – 5000 Jahre Patriarchat sind genug“ (in Arbeit)

Beschneidung – der patriarchale Angriff auf die männliche Sexualität

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Auffallend ist die Farbgebung der Personen auf dem Bild; es sind hellhäutige, eindeutig zur Machtelite gehörende Männer, die von dunkelhäutigen man kann annehmen, dass es einheimische Sklaven sind, beschnitten werden. Man würde eher erwarten, dass es umgekehrt war, dass es schwarze Sklaven waren, die gequält und verstümmelt werden. Das lässt Fragen offen:

Nach mehr als 4000 Jahren gehört heute die Beschneidung der Knaben zu den ethisch
fragwürdigsten Relikten des Patriarchats aus der kriegerischen Bronzezeit.

Was war ursprünglich der Grund für diesen brutalen Eingriff?
Darüber können wir nur spekulieren, denn die Gründe, die nicht der Ehre und dem Ruhm der Machtelite dienten, wurden und werden damals und heute nicht aufgezeichnet oder nicht öffentlich gemacht. Wir wissen, dass die nicht-patriarchalen, d.h. mit gewaltfreien weiblichen Werten erzogenen, indigenen ägyptischen Männer in die Berge flüchteten, sobald Männer für den Kriegsdienst zusammengetrieben wurden. Die ständigen Überfälle und Kriege, die Zerstörung anderer Kulturen, die Massaker, die Verschleppung und Versklavung anderer Völker, all das wird heute gerühmt als »militärische Fähigkeiten«, durch die »ägyptische Herrscher ihr Gebiet und ihre Macht in ständigen Eroberungskriegen erweiterten« und »den Bestand Ägyptens und die Langlebigkeit seiner Zivilisation sicherten.«

Wie kalt, unempathisch und blind müssen Historiker für das Elend und die Not der besiegten Völker sein, um das Leid der Menschen einfach zur Seite schieben zu können?

Doch kommen wir auf den Punkt, der etwas mit der Beschneidung der weissen Männer der Oberschicht zu tun haben dürfte, zu den Anführern, zu den »hochgestellten, verantwortlichen Offizieren« und lesen weiter: »Unterschieden wurde nach Ausbildungsstand und Aufgabe; etwa Rekruten, Soldaten mit Vollausbildung und Elite-Angriffsformationen«. (Wikipedia ›Militärwesen im Alten Ägypten‹, Hvhb. DW).

Da stellt sich doch die Frage, wurden die Anführer, Angehörige der weissen Kriegerelite, ›hochgestellte, verantwortliche Offiziere‹, für den Kriegsdienst beschnitten? Und wenn ja, warum? War es vielleicht eine Ehre, ein Beschnittener, ›ein Auserwählter‹, ein zur Kriegerelite Gehörender zu sein? Gibt es einen Zusammenhang der Beschneidung – unzweifelhaft einem Mittel der Sexualunterdrückung – mit der kriegerisch geforderten Aggressivität, Furchtlosigkeit, Brutalität und Rücksichtslosigkeit gegenüber den zu besiegenden ›Feinden‹?

In der (indoeuropäisch-) hebräischen Sprache gibt es für Waffe und Penis nur ein Wort: za’in.

Begründungen für die Beschneidung der Knaben wechselten im Laufe der Zeit. Der Grund für diesen brutalen Eingriff an erwachsenen Männern war in Ägypten keinesfalls religiöser Natur, schreibt der Ägyptologe Adolf Erman: »Die Sitte der Beschneidung, durch die andere Völker sich stolz von ihren Nachbarn unterscheiden, war bei den Ägyptern wohl von jeher in Gebrauch, doch wüsste ich nicht, dass sie dieser Sitte je eine ähnliche Bedeutung beigelegt hätten, wie es die Juden und Moslems tun, bei denen der zahlreichen Völkern gemeinsame Brauch zu einem religiösen Unterscheidungsmerkmal geworden ist.« (Erman 1984, S. 36)

Jedoch ist von-jeher auch in diesem Fall unrichtig. Die Beschneidung war bei der matriarchalen Urbevölkerung und im Neolithikum unbekannt und wäre sicherlich als zutiefst grausam abgelehnt worden.

Es ist unvorstellbar, dass Frauen, Mütter, einen derartigen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit ihrer Söhne und Enkel erfunden oder geduldet hätten.

Im 14. Jahrhundert v.u.Z., 1000 Jahre nach Ankh-Mah-Hors Bild einer Beschneidung in Ägypten (siehe unten), sakralisierte Moses die verhasste Beschneidung. Darauf weist die kurze Begebenheit in 2. Mose 4,24–26 hin. Wahrscheinlich hatte Moses Frau Zippora noch einen Teil der gewaltfreien, mutterrechtlichen Tradition bewahrt und die Beschneidung ihres Sohnes gegen Moses‘ Willen verhindert, worauf Gott Moses anfiel und ihn zu töten suchte.
»Da nahm Zippora einen scharfen Stein und schnitt die Vorhaut ihres Sohnes ab und warf sie an seine Füße und sagte wohl voller Zorn über diese blutige Tat: Ein Blutbräutigam bist du mir! Da ließ der Herr von Moses ab.

Moses hat diesen Gott selbst erfunden, nach seinem Ebenbild, aber dieser Gott ist wie alle Götter ein Phantom, unsichtbar und existiert nur in den Köpfen der Gläubigen. Moses behauptetet, dass er mit diesem Gott kommuniziere und er befohlen habe: ›Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden. Das soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und euch‹, (1. Buch Mose 17,10,11).

Es ist eine oft angewandte Finte der sich ›göttlich inspiriert‹ ausgebenden Priesterschaft, um etwas gegen den Willen des Volkes durchzusetzen; wenn es gewünschtes Verhalten ablehnt, wird es ›von Gott befohlen‹. Als sich die Menschen danach noch immer abwehrend verhielten, soll Gott gedroht haben:

›Der unbeschnittene Männliche, der am Fleische seiner Vorhaut nicht beschnitten wird, selbige Seele soll ausgerottet werden aus ihrem Volke; meinen Bund hat er gebrochen!‹ (1. Mose 17:14).
Mit dieser furchtbaren Drohung werden gläubige jüdische Eltern noch heute eingeschüchtert und macht es vor allem den Müttern schwer, sich gegen die Beschneidung ihres Säuglings zu wehren. Sie müssen die Schmerzensschreie ihres Kindes während des traumatisierenden Eingriffs im Hintergrund bleibend, ertragen.

Die Beschneidung von Knaben, die nicht aus religiösen oder medizinischen Gründen, jedoch ohne medizinische Notwendigkeit, dem Beschneidungswahn zum Opfer fallen, wird begründet als ›elterlicher Fürsorge‹, damit er in der Gemeinschaft unter Seinesgleichen nicht als Aussenseiter diskriminier wird, zur besseren ›Hygiene‹ oder ›Prävention von HIV‹ usw.
Das Patriarchat scheut nie vor Gewalt zurück, wenn es darum geht, seine Ansprüche durchzusetzen, sei es Krieg, Folter oder eben Beschneidung.

Da die Rechtfertigungen für die schwere Misshandlung der Knaben immer wieder wechseln, können wir erwarten, dass sie eines Tages auch als Mittel gegen Körpergeruch oder Haarausfall oder anderen Unfug durchgeführt werden.

Die religiös geschönte Beschneidung dient der Aufrechterhaltung patriarchaler Macht
und der Kontrolle der männlichen Sexualität durch den Klerus

Die Beschneidung ist eindeutig eine Erfindung der patriarchalen Machthaber, der horitischen Eroberer und ihrer arischen Priesterkaste.

Der jüdische Psychoanalytiker und Religionskritiker Sigmund Freud schreibt: »Wenn man zugestand, dass die Beschneidung eine ägyptische Sitte war, die Moses eingeführt hatte, so war das beinahe soviel wie eine Anerkennung, dass die Religion, die Moses ihnen überlieferte, auch eine ägyptische gewesen war.
[Freud führte die Religion der Juden auf die in Ägypten unerwünschte und bekämpfte Aton-Religion Echnatons zurück; Adon, Adonai ist eine im Hebräischen übliche Anrede für Gott.] Aber man hatte gute Gründe, diese Tatsache zu leugnen; folglich musste man auch dem Sachverhalt in Betreff der Beschneidung widersprechen.« (Freud ›Wenn Moses ein Ägypter war‹ S. 480 f.)
Und weiter schreibt Freud: »Moses hat den Juden nicht nur eine neue Religion gegeben; man kann auch mit gleicher Bestimmtheit behaupten, dass er die Sitte der Beschneidung bei ihnen eingeführt hat. Diese Tatsache hat eine entscheidende Bedeutung für unser Problem und ist kaum je gewürdigt worden.«

»Auf die Frage, woher die Sitte der Beschneidung zu den Juden kam,
gibt es nur eine Antwort: aus Ägypten.« (Sigmund Freud)

»Die Möglichkeit, dass die in Ägypten weilenden Juden die Sitte der Beschneidung auf anderem Wege angenommen haben als im Zusammenhang mit der Religionsstiftung Moses‘ dürfen wir als völlig haltlos abweisen.« (Freud ibd. S. 476 f.)

Freud begründet es als Notwendigkeit, dass, »jede Spur des ägyptischen Einflusses verleugnet werden musste. Die Beschneidung, das gravierendste Anzeichen der Abhängigkeit von Ägypten, musste man beibehalten, aber man versäumte die Versuche nicht, diese Sitte aller Evidenz zum Trotz von Ägypten abzulösen.« (Freud ibd. S. 493).

»Im 12. Jahrhundert u.Z. befürwortete der jüdische Arzt und Rabbi Moses Maimonides die Beschneidung auch wegen ihrer angeblich den Sexualtrieb mäßigenden Wirkung.« (Shaye J. D. Cohen)
Moses Maimonides glaubte nicht an die ›Göttlichkeit‹ der Beschneidung. Er schrieb »im ›Führer der Unschlüssigen‹: ein Grund für die Beschneidung sei ›der Wunsch, den Geschlechtsverkehr auf ein Minimum zu reduzieren und dieses Organ zu schwächen, damit (der Mann) es weniger treibt und sich nach bestem Vermögen zurückhält‹. Es gehe nicht darum, den Körper, sondern den Charakter zu vervollkommnen. ›Der physische Schaden ist das beabsichtigte Ziel‹. Keine Vorhaut, keine Ausschweifungen.« (Gil Yaron, FAZ 2012)

Die Beschneidung wurde als Mittel zur Minderung der männlichen Lust und Sexualität betrachtet. In einem Spiegel-Artikel ist zu lesen: »Anders als in vielen bürgerlichen Familien wird in den Kibbuzhäusern beispielsweise das Bettnässen, das keine Verhaltensnorm der Gemeinschaft verletzt, eher hingenommen als das Daumenlutschen, das mit der Begründung abgelehnt wird, das Kind solle nicht ›für sich und durch sich‹ Befriedigung finden.« (11/1971) Das Masturbationsverbot der patriarchalen Priesterkasten spielte bei der Erzeugung von Schuldgefühlen, Scham und Angst eine wichtige Rolle.

Beschneidung ist Kindes-Misshandlung. Punkt!

Bei einer Beschneidung werden die Kinder körperlich und seelisch traumatisiert. In der Geborgenheit des mütterlichen Uterus und über die Nabelschnur war das Kind während neun Monaten mit der Mutter eng verbunden. Das innige Band der Liebe und des Blutes mit der Mutter hält nach der Geburt noch während der ganzen symbiotischen Phase, während vielen Monaten, an. »In dieser Phase erlebt das Kind sich und seine Mutter als untrennbare Einheit« (Margaret Mahler).

Diese von patriarchalen Männern offenbar beneidete Symbiose wird bekämpft und von ihnen symbolisch und physisch durchtrennt. Der Kinderpsychologe Bruno Bettelheim schreibt zu den Initiationsriten, zu denen auch die Beschneidung gehört, bestehe darin, »die engen Bande, die das Kind zu seiner Mutter hat, zu zerreißen und sie durch eine stärkere Bindung an die Männer zu ersetzen, da jetzt die Männer den Jungen das Leben geschenkt haben, wie es einst die Mütter taten.

Die verschiedenartigsten Mittel werden angewandt, um den Initiierten von seiner Vergangenheit zu trennen und kundzutun, dass das neue Leben mit der Initiation beginnt… und dass der Zweck der Zeremonien darin liege, die ödipalen Bande zu zerreißen, »um von der Kindheitsphase der weiblichen Dominanz in die zweite Phase der männlichen Dominanz und Kontrolle überzutreten.«

Deshalb »müsse der Junge eine psychische Wiedergeburt in der Welt der Männer erfahren, die alle Bindungen an die Mutter löst. Daher rühre das gewöhnlich sehr starre Tabu, das den Frauen die Teilnahme an der Initiation verbietet.« (Bettelheim 1954, S. 160, Hvhb. DW)

Es geht bei der nicht-selbstbestimmten Beschneidung des Penis nicht um eine Bagatelle.
Es geht um die Beschneidung der Sexualität und das Recht auf körperliche Unversehrtheit
und erfüllende Sexualität.

Die Beschneidung der Knaben und die Verstümmelung der Mädchen sind Menschenrechtsverletzungen. Kinder haben das Recht auf Schutz und körperliche Unversehrtheit.

Niemand wird bestreiten können, dass der für ein Kind nie selbstbestimmte Eingriff äusserst schmerzhaft und traumatisierend ist und dass die negativen Folgen das ganze Leben ertragen werden müssen (s. DW ›Die Beschneidung von Knaben‹ 2009, S. 249).

Beschneidung und ›Plötzlicher Kindstod‹

Es gibt noch eine weitere dramatische Folge der Beschneidung von Knaben. Untersuchungen der University of Sheffield 2018 haben nach dem Eingriff bei Säuglingen eine signifikante Korrelation mit dem ›Plötzlichen Kindstod‹ festgestellt. (Eran Elhaik, 2018).

Ein jüdischer Mythos macht jedoch nicht die Beschneidung, sondern die vom Patriarchat dämonisierte mythologische Figur der sumerischen Göttin Lilith als Mörderin der männlichen Kinder für das Sterben der Säuglinge verantwortlich.
(s. https://www.beschneidungsforum.de/)
D. Wolf aus „Es reicht – 5000 Jahre Patriarchat sind genug“ (in Arbeit)

Die älteste bekannte Darstellung einer Beschneidung ist ein ägyptisches Relief
in der Mastaba des Ankh-Ma-Hor, Wesir des Pharao Teti II., Sakkara um 2400/2300.Gefällt mirKommentierenTeilen

Kommentare
Gisela Weber

Urkulturelles Matriarchat

Gepostet am

Neolithische Grabstätten bezeugen Jahrtausende

matriarchaler Urkultur in Ägypten

»Die ägyptische Kultur hatte sich schon lange vor der geschichtlichen Zeit um verschiedene lokale Königtümer zentriert. Das ägyptische Königtum war keine Neuerscheinung der Hochkultur; das gab es schon seit der Nagada-I-Zeit. Es konnte eine ungebrochene Abfolge von elitär-königlichen Gräbern in Hierakonpolis von der Nagada-I-Zeit bis an die Schwelle der 1. Dynastie entdeckt werden.«(Toby Wilkinson 1999, S. 183 und S. 48).


Diese Beobachtung des britischen Archäologen Toby Wilkinsons wurde in dieser Klarheit bisher nicht ausgesprochen. Was er jedoch nicht realisiert, während den mindestens 1500 Jahren (ca. 5000/4500–3000) von der Nagada- I-Zeit bis zum Beginn der sogenannten ›Hochkultur‹ standen Königinnen an der Spitze dieser Königtümer.

Das bezeugt die Abfolge der ›königlichen Elite-Gräber in Hierakonpolis von der Nagada-I-Zeit bis an die Schwelle der 1. Dynastie. Es sind die Gräber von Königinnen.Die zuverlässige Chronologin Elise J. Baumgartel stellte fest: »Während der Nagada-I-Zeit gehörten die größten und wichtigsten Grabanlagen Frauen. Sie enthielten mehr kostbare Objekte als jene der Männer. Daraus schließe ich auf eine matriarchale Gesellschaft, von der starke Überreste in historischer Zeit überlebten.« (Baumgartel JEA 1975, S. 30)

Der religiöse Kult dieser Zeit galt der Verehrung der Großen Göttin, der Urmutter der Menschen.

Zeugnisse der urgeschichtlichen, matriarchalen Epoche gab es nicht nur in Nekhen, dem griechischen Hierakonpolis und heutigen Kom el-Ahmar, der südlichsten und ältesten Stadt Oberägyptens. Weiter nördlich in der Provinz des heutigen Luxor entdeckte und erforschte die Archäologin Christiane Desroches-Noblecourt im ›Tal der Königinnen‹ einen urgeschichtlichen Pilgerort, den sie als »Uterus-Heiligtum der Großen Göttin« bezeichnete.

Sie schreibt: »Dieses ›kosmische Sanktuar‹ diente religiösen Zwecken und muss schon Tausende Jahre vor der pharaonischen Zeit benutzt worden sein.« (Desroches-Noblecourt 1990, s. D. Wolf 2009, S. 74).

Wann das ›Tal der Königinnen‹ erstmals als urgeschichtliche und wahrscheinlich ebenfalls königliche Nekropole genutzt wurde, ist nicht mehr festzustellen. Jedoch wurden in der Zeit des Neuen Reiches (den ca. 500 Jahren zwischen 1550 und 1070), in beinahe 100 Gräbern Frauen und Kinder, Angehörige des königlichen Hofes, bestattet. Das berühmteste Grab ist das der Königin Nefert-Ari; der ›Schönen Arierin‹, der Großen Königlichen Gemahlin von Ramses II.

Noch weiter nördlich konnte man in der Provinz von Abydos feststellen, dass die Gräber der ersten Könige der 1. Dynastie direkt an jene der früheren reich ausgestatteten ›Elitegräber‹ anschließen, welche ebenfalls von matriarchalen Königinnen aus der Zeit von Nagada-I bis zum Ende der prädynastischen Zeit stammen. Das bezeugt das ›Grab‹ der Königin Merit-Neith aus der 1. Dynastie um ca. 3000. »Es ist eines der größten und am besten gebauten in der betreffenden Gruppe«, schreibt der Archäologe und Ägyptologe Walter B. Emery (1964, S. 62). Daraus schloss man, dass Merit-Neith ein König sei, aber später zeigte sich, dass der Name weiblich ist, und dass es sich, dem Reichtum des Begräb­nis­ses zu­folge, um eine Kö­nigin handelte.

Das symbolträchtige Abydos war eine der traditionellen Begräbnisstätten der matriarchalen Urkultur.
Die ersten indoeuropäischen Eroberer-Könige ließen sich hier begraben.


Der Friedhof war bereits in der Nagada-I- Zeit, ab ca. 4500, fürelitär-königliche‹ Gräber genutzt worden. Die symbolische Bedeutung des Ortes ist ausgesprochen weiblich. Auffallend ist der bergige Hintergrund des Friedhofes, mit einem Tal, einem Felseinschnitt, der die Hügelkette durchtrennt und eine prominente natürliche Spalte bildet. Dies dürfte der Grund sein, warum dieser Ort als Grabanlage ausgesucht wurde. Hier kann der symbolischen Eingang in den ›Mutterschoß‹ der Göttin und damit der Ort der Wiedergeburt vermutet werden. Wie die offenen Schenkel der Mutter Erde lädt die Szenerie die Toten ein, durch die ›Nut‹ in den Schoß der Großen Göttin zur Vorbereitung auf die Wiedergeburt einzutreten.
Den Ägyptern und Arabern war die Symbolik bekannt. Der Pass zwischen zwei Bergrücken ist eine arabische Beschreibung der Yoni/Vulva und heißt ›el feurdj‹, für Gang, Öffnung und Spalte, für die ›Nut‹. (Camphausen 1999, S. 106)

Die Gräber der Königinnen Merit-Neith und der Königin I-Set (griechisch Isis) aus der 1. Dynastie sind nicht zufällig in Richtung des Wadi-Eingangs kultisch ausgerichtet.

Wie die Grabanlagen in Nekhen/Hierakonpolis und im ›Tal der Königinnen‹ in Theben West (Luxor) war auch das nördlichere Abydos schon Jahrtausende vor der Eroberung Ägyptens durch die Indo-Europäer ein Wallfahrtsort und eine bedeutende Nekropole der einheimischen ÄgypterInnen.

Der Friedhof wurde ›Umm el-Qaab‹, ›Mutter der Töpfe‹, genannt, weil hier eine große Fülle von Gefäß-Keramikscherben gefunden wurde. Sie dürften das ›zerbrochene‹ Leben, den Tod und seinen Übergang in neues Leben symbolisiert haben. Im griechischen Korfu blieb der heidnische, jedoch unterdessen christianisierte Brauch bis heute erhalten: An Ostern werden Tonkrüge auf die Straße geworfen, wo sie zerbersten, um den Frühling und die Fruchtbarkeit zu feiern.

von Doris Wolf „Es reicht –
5000 Jahre Patriarchat sind genug“ (in Arbeit)